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INTERVIEW
„Galopprennen ist Hochleistungssport“
Er rettete Bayer Leverkusen 1996 vor dem Abstieg: Markus Münch arbeitet inzwischen als erfolgreicher Galopptrainer mit eigenem Gestüt. Interview Henning Klefisch.

 

 

Markus Münch
Ein Klaps zum Karriereende: Markus Münch 2005 bei Panathinaikos Athen mit seinem damaligen Trainer Alberto Malesani. Foto Pixathlon

 

Mit seinem Treffer zum 1:1-Ausgleich sicherte er Bayer Leverkusen 1996 im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern kurz vor Schluss den Klassenerhalt. Markus Münch begann seine Profikarriere bei Bayern München (1990 bis 94). Er bestritt 164 Bundesligaspiele, unter anderem für Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und den 1. FC Köln. Mit Panathinaikos Athen gewann er das Double in Griechenland. Dort beendete er 2005 seine Profikarriere beendet. Er arbeitet inzwischen als Galopptrainer mit einem eigenen Rennstall ("mm racing"), der seit 2012 in Frankfurt am Main angesiedelt ist.

 

Herr Münch, wie geht es Ihnen als Galopptrainer?
Markus Münch: Mir geht es richtig gut. Ich beschäftige mich intensiv mit Rennpferden und dem Galoppsport. Dies nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und ist eine Leidenschaft von mir, die ich nach der Karriere ausübe. Während der aktiven Profikarriere hab ich natürlich nicht soviel Zeit gehabt, mich dieser Sportart zu widmen. Da hab ich es natürlich meistens nur am Fernseher verfolgt. An dieser Sportart hatte ich immer Spaß. Pferderennen haben mir immer gut gefallen. Es war eine Leidenschaft von mir, aber was die wenigsten wissen, ist dass es ein absoluter Hochleistungssport ist, vergleichbar mit Leichtathleten, wie Kurzstreckler, Mittelstreckler, Langstreckler, die richtig für den Wettkampf trainiert werden müssen. Für diesen Wettkampf muss sich auch vorbereitet werden. Das ist der Hauptgrund, warum ich das mache: der Wettkampf, der Ehrgeiz, der Siegeswille.

Wie war die Reaktion bei den ehemaligen Fußballerkollegen?
Markus Münch: Ich habe nicht so großen Kontakt zu vielen Ex-Profis. Einige besuchen mich ab und zu mal auf der Rennbahn. Einige nehme ich dann auch mit. Man spricht drüber, aber so richtige Männerfreundschaften gibt es beim Fußball nicht.
 
Welche Parallelen gibt es zum Profifußball?
Markus Münch: Der Leistungsgedanke ist ähnlich. Wir haben technische Trainingseinheiten, wir haben taktische Trainingseinheiten. Wir müssen die Pferde spezifisch, ähnlich wie im Fußball, auf die verschiedenen Situationen vorbereiten. Es gibt viele Parallelen, auch wenn es natürlich ein komplett anderer Sport ist. Man kann es nicht eins zu eins miteinander vergleichen.

Ist für Sie in der Zukunft auch ein Job im Fußball möglich?
Markus Münch: Grundsätzlich ist natürlich alles möglich. Wobei ich jetzt viele Jahre auch Abstand hatte. Ich habe den Fußball nie aus den Augen verloren. Im Stadion bin ich eher selten. Ich bin nach wie vor leidenschaftlicher Fußballer und deshalb ist es durchaus vorstellbar. Zurzeit glaube ich nicht daran, aber man sollte bekanntlich niemals nie sagen. Der Fußball ist immer noch ein großer Bestandteil in meinem Leben.

Welche Erinnerungen an ihre aktive Karriere sind Ihnen in Erinnerung geblieben?
Markus Münch: Es gibt viele Erinnerungen. Es ist schwer zu erklären, ob es eine spezifische Erinnerung gibt. Wenn ich mich festlegen müsste, dann die Erfolge wie Meisterschaften oder besondere Tore. Es gibt viele Sachen, an die man gerne zurückdenkt. Man wird häufig drauf angesprochen. An ein spezielles Highlight möchte ich mich nicht unbedingt erinnern.“

Wie sehr hat sie das bayrische „Mia san Mia-Gefühl“ in und nach der Karriere geprägt?
Markus Münch: Dieses Gefühl hat mich sehr geprägt. Ich bin in der Jugend groß geworden, dort habe ich enorm viel gelernt. Bayern München ist nun einmal der beste Verein. Diese Erfahrungen werde ich auch immer wieder gebrauchen können. Wir haben immer noch unsere All-Star-Truppe, mit der wir sechs bis siebenmal im Jahr zusammenspielen. Das ist eine richtig coole Truppe mit einem Stamm von 30 Spielern. Wir waren in vielen Teilen der Welt unterwegs. Dieses Zusammenkommen macht einfach Spaß, wenn man die alten Kameraden wiedersieht. Daher bin ich dem Verein immer wieder verbunden.
 

Sie haben 1996 mit Ihrem Treffer kurz vor dem Schlusspfiff gegen Kaiserslautern Bayer Leverkusen den Klassenerhalt retten können.
Markus Münch: Sowas ist schon etwas Besonderes, dass so etwas vorkommt. Jedes Jahr gibt es diesen Treffer im Rückblick zu bestaunen. Es kommt schon vor, dass ich häufiger auf diese Szene angesprochen werde. Das bleibt immer in Erinnerung, weil es ein sehr wichtiges Tor gewesen ist. Es gab dennoch wichtigere Titel in meiner Karriere, die noch höher zu bewerten waren. Dieses Tor wird immer in Erinnerung von den meisten Zuschauern bleiben, weil es irgendwo immer wieder vorkommt, wenn Kaiserslautern gegen Leverkusen spielt, oder wenn es um den Abstiegskampf geht. Es war definitiv ein Highlight. Ich möchte mich nicht zu sehr auf dieses eine Spiel konzentrieren.

 

Klicken Sie hier, um Teil 2 des Interviews mit Markus Münch zu lesen.
„Von Leverkusen könnten sich einige Traditionsvereine eine Scheibe abschneiden“



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