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ITALIEN
Carlos Tevez: Juves neuer Zehner
Michel Platini und Alessandro Del Piero trugen sie: Carlos Tevez, bei Manchester City hatte er die Rückennummer 32, war bei der Präsentation in Turin äußerst angespannt wegen der großen Erwartungen an ihn. Von Giovanni Deriu.

 

Carlos TevezVon Manchester nach Turin: Carlos Tevez ist jetzt Juves Zehner. Foto Pixathlon

 

Die Nummer Zehn strahlt weiterhin – auch wenn Rückennummern nicht mehr verpflichtend positionsgebunden vergeben werden. Noch heute führt die Fifa-Homepage die Rubrik, "Wer ist die beste Nummer 10 aller Zeiten?" Und in der Tat, hatten bisher immer extrem herausragende Spieler die Eins und Null auf dem Rücken. Manchem war sie aber auch Last. So kann man es dann auch verstehen, dass Juventus-Neuzugang Carlos Tevez zuerst gar nicht begeistert war, als ihm die Juventus-Macher Andrea Agnelli und Geschäftsführer Giuseppe Marotta gleich das Trikot mit der "10" bei der Präsentation übergaben. Die Juve-Tifosi jubelten, Tevez haderte.
 
Kein Geringerer als Juve-Ikone Alessandro Del Piero (jetzt in Sydney) hatte das traditionelle Juve-Trikot mit der legendären "10" bis 2012 getragen. Danach wurde die Nummer erst einmal nicht vergeben. Genauso wie einst in Brescia, wo Italiens Fußballer des Jahrzehnts, Roberto Baggio die faszinierende Nummer trug, kein anderer bekam die Nummer nach Baggio - zumal Brescia nach Baggios Karriereende auch abstieg. Das Wohl und Wehe eines Klubs war schon oft am Spieler in der zentralen Position gekoppelt.
 
Die Namen klingen bis heute nach: Pelé, Maradona, Messi, Platini, Kempès, Lothar Matthäus, ja sogar Podolski beim 1. FC Köln, sowie der zweite Franzose, der eine ganze Ära prägte, Zinedine Zidane.
 
Als geniale Strategen im Zentrum des Spiels werden sie beschrieben die "Zehner", die das Spiel lesen können, das Spielsystem variieren und verändern können, genauso das Tempo. Und, die meisten Zehner waren pro Saison immer für zahlreiche Tore gut. Zusätzlich zum Goalgetter wohlgemerkt. Man denke nur an Del Piero und Trezeguet bei Juve, beide trafen knapp ein jahrzehntlang nach Belieben und ergänzten sich bestens.
 
Kein Wunder also, dass sich Carlos Tevez erst ein bisschen unwohl fühlte, ob der Bürde die ihm mit der Trikotnummer Del Pieros übergeben wurde. Bei Manchester City wirbelte er mit der "32". Am Tag der Präsentation feierten ihn die Tifosi als neuen Zehner. Er winkte nicht gerade erleichtert vom Balkon. Um dann vier Tage später auch beiläufig zu erwähnen, dass er, Tevez, nie um die legendäre Zehn gebeten habe. Allein ein Marketing-Coup des Managements? Mitnichten, Marotta gab schmallippig und ernst am Rande einer Pressekonferenz bekannt: "Tevez selbst sei nie abgeneigt gewesen, die Zehn zu nehmen"
 
Jedenfalls folgte flugs die Kehrtwende, ein Gaucho, der Angst vor Verantwortung hat? Das passe nun wirklich nicht zur Vecchia Signora Juve. Tevez wächst hinein, in die Fühurungaufgaben auf dem Feld, aber auch in das Trikot von Del Piero mit der "10", das schon vielen anderen ein paar Nummern zu groß war ...
 



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