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SCHWEIZ
Zdenek Zeman: Der Magier des Cornaredo
Der FC Lugano rettet sich in letzter Minute, statt der Tessiner muss nun der FC Zürich in die zweite Schweizer Liga absteigen.

 

Zdenek ZemanEinst bei AS Rom, nun im Tessin: der Stoiker Zdenek Zeman. Foto Pixathlon

 

Wer hätte das gedacht? Der FC Lugano hat sich aus der Schweizer Super League gerettet. Jubelszenen im Tessiner Stadion "Cornaredo" nach dem finalen 3:0 über den FC St. Gallen von Coach Joe Zinnbauer.

Allenfalls das italienisch-böhmische Urgestein Zdenek Zeman hatte es geahnt. Aber er gab zu: "Das war meine schwierigste Mission ...". Zdenek Zeman, der Stoiker und Kettenraucher, hat eben schon alles erlebt.

Den Anfang machte der 4:0 Sieg der "Luganesi" über den FC Zürich selbst vor einer Woche.

Davor noch im April setzte es für den FC Lugano in drei Spielen 1:17 Tore, gegen Sion, den YoungBoys und Basel. Selbst Zeman schien "fertig", allein das erreichte Cupfinal, das am 29. Mai gespielt wird, rettete Zeman damals. Sami Hyypiä, der FCZ-Trainer, war nach dem 0:4 sprachlos und weg vom Fenster. Nachfolger Uli Forte war eine "geschwächte" Notlösung.

Gestern also Luganos 3:0, dem FC Zürich reichte damit auch der 3:1-Sieg über Vaduz nicht mehr zum Klassenverbleib.

Dicke Backen, viel Rauch, nicht nur wegen den Bengalos in der Kurve. Das FCZ-Team aus dem stolzen Zürich musste sich mit hängenden Köpfen einiges von den Fans anhören.

Der FC Zürich teilt in etwa die Geschichte eines anderen Großen in dieser Saison, dem VfB Stuttgart in Deutschland. Im freien Fall nach unten, ganz dem Motto: was soll uns schon passieren?

Das Stadion Letzigrund und der Club: ein Trümmerhaufen. Ob das Eigner-Ehepaar Canepa weitermacht, bleibt offen. Der mehrmalige Schweizer Meister muss sich neu sortieren. Selbst Trainer Lucien Favre, ehemals Borussia Mönchengladbach, kommentierte: "Der Niedergang des FCZ berührt mich sehr."

Derweil floss im Tessin das Bier, aber lang aufhalten wollte sich Zeman nicht mit den Feierlichkeiten. Am Sonntag steht das Schweizer Cupfinale an - gegen einen alten Bekannten: den FC Zürich...
Giovanni Deriu

 

 



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