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ENGLAND
Die Premier League und die ewige Jagd nach der europäischen Krone
Dieses Jahr sollte es endlich soweit sein: Die Clubs aus der Premier League wollten zeigen, dass ihre Investitionen auch Erfolge mit sich bringen. Doch wie bereits jetzt der Blick auf die Lage zeigt, sind die Vorzeichen nicht gerade optimal.

 

Ilkay GündoganFällt bei Manchester City lange aus: Ilkay Gündogan. Foto Pixathlon

 

 

ManCity und das Verletzungspech zur Unzeit

Ilkay Gündogan kommt einfach nicht auf einen grünen Zweig. Damit ist nicht das Verhältnis zu seinem Trainer Pep Guardiola oder den Fans von Manchester City gemeint, sondern das zu seinem Körper. Dabei sah es endlich gut aus: Nach dem Wechsel in die Premier League im Sommer 2016 blieb der deutsche Nationalspieler endlich fit und spielte sich mit starken Leistungen in die Startelf des Weltklassekaders. Auch im Liga-Spiel gegen den FC Watford stand Gündogan in der Startformation, bis er in der 44. Minute, also noch vor der Halbzeitpause, ausgewechselt werden musste.

Als Grund wurden zunächst nur ‚Knieprobleme' genannt. Kurz danach war bereits von einer monatelangen Pause die Rede; die Diagnose Kreuzbandriss steht nun Raum. Alleine dieser Begriff löst bei allen Profi-Sportlern unmittelbare Angstreflexe aus – bei einem Spieler, der verletzungsbedingt bereits die EM 2016, die WM 2014 sowie weite Teile der Saison bei Borussia Dortmund verpasst hat, dürfte diese Bezeichnung wohl nicht ausreichen.

Ob dieser Ausfall die Quoten für die englische Premier League nachhaltig beeinflussen wird, ist schwer abzusehen. Klar ist jedenfalls: Gündogan ist einer der stärksten Spieler in einer der stärksten Mannschaften der Liga. Zumindest für Pep Guardiola, der bislang schon mit etwas Gegenwind zu kämpfen hatte, ist der Ausfall des Mittelfeldstrategen folglich eine absolute Hiobsbotschaft.

Fernab von Losglück und Optimismus

Wegen der extremen Leistungsdichte im englischen Profifußball ist es dennoch schwierig, Vorhersagen an einem einzigen Spieler festzumachen. Das gilt auch für die Champions League, die mittlerweile eine bittersüße Bedeutung für englische Spitzenclubs hat: Seit Jahren schwimmt die Premier League förmlich im Geld und investiert reihenweise in teure Spieler, doch seit ebenso langer Zeit scheiden die Teams kläglich in der Königsklasse aus.

Dass Arsenal nun bereits im Achtelfinale (im Februar) auf Bayern München trifft, kommt da nicht gerade gelegen. Die Gunners spielen bisher ihre stärkste Saison seit Jahren und wollen diesen Schwung auch in der Champions League in Resultate ummünzen. Der deutsche Branchenprimus ist auf diesem Weg vielleicht der denkbar undankbarste Gegner.

Immerhin hat es der amtierende Meister Leicester City mit Sevilla einfacher getroffen – ein Selbstläufer ist der Europa League-Seriensieger aus Andalusien jedoch keinesfalls. Einzig Manchester City dürfte gegen Monaco als klarer Sieger ins Viertelfinale einziehen; dann jedoch wird die Verletzung von Gündogan umso schwerer wiegen. Und das Dream Team von Manchester United ist dieses Jahr nicht einmal in der Champions League vertreten.

Es sieht also ganz danach aus, als müsste die Premier League ihre europäischen Ambitionen (mindestens) um ein weiteres Jahr nach hinten verschieben. Für den gemeinen Fußball-Fan und Traditionalisten ist das eine gute Nachricht.



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