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ENGLAND
Schubser, Einwürfe und Video
Neues von der Insel: Jürgen Klopp verlangt Geduld von den Seinen, Arsène Wenger verliert die Fassung.

 

Jürgen KloppEngagiert in seiner Coachingzone: Jürgen Klopp. Foto Pixathlon

 

Ein ungewöhnlicher Sonntag in Melwood, dem Trainingsgelände des FC Liverpool. Jürgen Klopp bat die Seinen nicht in die Umkleidekabine wie üblich, sondern in den Konferenzraum, wo die haarsträubenden Fehler bei der 2:3-Heimniederlage gegen Swansea am Videobildschirm haarklein aufgearbeitet wurden.

Mehr als eine Stunde dauerte dieses, so Klopp „normale Fußball-Meeting“. Es gab aber auch einiges zu berden: Die erste Heimniederlage der Reds nach mehr als einem Jahr war das eine, das Muster der Gegentore das andere. „Der Einfluss der gegnerischen Einwürfe ist ein wenig zu groß“, ging Liverpools-Trainer in der Pressekonferenz am Montag ins Detail.

Als positiv bewertete Klopp immerhin, dass sich gegnerische Teams weiterhin wenige Torchancen gegen sein Team herauskombinieren können. Der ehemalige Dortmunder ermahnte seine Profis, sich mit der Dominanz gegen Mannschaften aus der Abstiegszone abzufinden und den hohen Ballbesitzanteil zu genießen: „In unserem Job sind wir 70 bis 80 Prozent dominant. Das ist so, diese Aufgabe müssen wir erledigen.“ Zur Jobbeschreibung eines Liverpool-Profis gehört auch Geduld. „Wir müssen Freude an der Arbeit haben, auch wenn wir nicht sofort vors gegnerische Tor durchbrechen.“

Vor dem Halbfinalrückspiel im Ligapokal am Mittwoch in Anfield gegen Southampton müssen die Reds das 0:1 aus dem Hinspiel aufholen, um das Finale in Wembley am 26. Februar zu erreichen. Im anderen Semifinale hatte ManUnited das Hinspiel gegen Hull mit 2:0 gewonnen. Auf diese Spiele werden zahlreiche Wetten abgeschlossen. Aber es gibt auch die Möglichkeit, im Ovo Casino zu spielen.

Ein weiteres Gesprächsthema auf der Insel ist eine mögliche Sperre gegen Arsenals Manager Arsène Wenger, den dienstältesten Manager der Liga, der seit Herbst 1996 in London wirkt. Der Franzose hatte sich im Premier-League-Spiel heimischen Emirates Stadium zunächst beim vierten Offiziellen über einen berechtigten Elfmeter für Burnley in der Nachspielzeit beschwert, der zum zwischenzeitlichen Ausgleich geführt hatte.

Als Wenger die Partie im Spielertunnel zu ende sehen wollte, forderte ihn der Referee auf, weiter in Richtung Kabine zu gehen. Dass Wenger den vierten Offiziellen daraufhin schubste, könnte trotz seiner späteren Entschuldigung eine längere Sperre nach sie ziehen. Die Freude über den späten 2:1-Sieg der Gunners in der achten Minute der Nachspielzeit wurde damit getrübt. „Ich hätte den Mund halten und besser nach Hause gehen sollen“, so der 67-Jährige nach der dramatischen Partie. Arsenal ist Tabellenzweiter und reist im Achtelfinale der Champions League Mitte Februar nach München. In den vergangenen Jahren hatte der FC Bayern die Gunners in der Königsklasse ausgeschaltet. Das möchte Arsène Wenger in dieser Saison unbedingt vermeiden.



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