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BUNDESLIGA
Bahnt sich ein neuer Wettskandal in der Fußball-Bundesliga an?
Eine Untersuchung der Wetteinsätze bei Bundesligaspielen von der Saison 2010/11 bis einschließlich der Saison 2014/15 brachte Auffälliges ans Licht: Bei drei Schiedsrichtern soll deutlich mehr darauf gewettet worden sein, dass mehr als 2,5 Tore pro Spiel fallen.

 

 Pfeife
Besonders häufig gab es Tore: Momentan werden statistische Auffälligkeiten bei Torwetten diskutiert. Foto Pixathlon

 
 
Die Fußball-Bundesliga hat einen handfesten Manipulationsskandal bereits hinter sich und die Ligaoffiziellen waren der Meinung, dass sie diese schwere Zeit mit Geschick und Glück unbeschadet überstanden haben. Nun bahnt sich aber der nächste Wettskandal an, nachdem drei Universitäten Studien zu diesem Thema veröffentlichten. Zwar liegen keine Beweise vor, die konkret einen Wettskandal bedeuten würden. Aber auffällige statistische Werte lassen vermuten, dass Unregelmäßigkeiten zwischen 2010 und 2015 in der Bundesliga vorkamen. Im Detail werden diese Unregelmäßigkeiten mit vier Schiedsrichtern in Verbindung gebracht, die namentlich noch nicht bekannt sind.
 
Auch Betrüger können sich weiterentwickeln
 
Es darf davon ausgegangen werden, dass im früheren Betrugsskandal um Schiedsrichter Robert Hoyzer wenig subtil zu Werke gegangen wurde. Offensichtliche Fehlentscheidungen haben direkt das Spielgeschehen beeinflusst und waren dadurch beobachtbar. Die Wettbetrüger gehen nun zurückhaltender ans Werk. Bei den Schiedsrichterbewertungen der einschlägigen Sportmagazine sind keine außergewöhnlichen Werte aufgetaucht. Es liegt nahe, dass nun nicht mehr Ergebnisse beeinflusst werden sollen, die dann Auswirkungen auf Tabelle und internationale Platzierungen haben würden. Aber in den verschiedenen Wettformen, besonders attraktiv immer der vip und high roller bonus, kann auch auf die Anzahl von Toren gewettet werden und hier gibt es wieder Raum für Manipulationen. Es wird schwierig von diesen Studien auf konkrete Betrugsfälle zu schließen, aber die Tatsache, dass bei vier Schiedsrichtern besonders auffällige statistische Werte auftraten, gibt zum Nachdenken bereits Anlass. Die Unparteiischen der Bundesliga müssten über die Saison hinweg gleichmäßig pfeifen, jedoch wenn nur bei einigen Referees diese Probleme auftauchen, ist es besorgniserregend.
 
Der DFB ist von der Unschuld der Schiedsrichter überzeugt
 
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) glaubt nicht an Manipulationen. Seit 2005 arbeitet der Dachverband des deutschen Fußballs mit "Sportradar" zusammen und belegt, dass im gleichen Zeitraum keine Spiele unter Manipulationsverdacht standen. Zwar gab es Zweifel und Verdachtsmomente bei einigen Partien um 1860 München herum, aber auch hier konnte kein Betrug nachgewiesen werden. Beim DFB werden solche Anschuldigungen natürlich nicht gerne gehört, da es immer wieder den Fußball in seinen Grundfesten erschüttert. Das Vertrauen der Zuschauer in einen ehrlichen Wettbewerb und sauberen Sport ist vielleicht die wichtigste Komponente eines ansonsten florierenden Geschäfts. Ein Negativbeispiel ist der Radsport, der mit seinen Dopingskandalen den hohen Kredit beim deutschen Publikum in kürzester Zeit verspielte. Inzwischen ist der Radsport wieder in stark reduzierter Form bei den deutschen Zuschauern angekommen. Das möchte der DFB beim liebsten Sport der Deutschen auf keinen Fall riskieren.
Drei Universitäten auf dem Weg zur Wahrheitsfindung
 
Die Universität Bielefeld hat in Deutschland die Leitung der Untersuchungen übernommen. Die Hochschule arbeitet eng zusammen mit den US-amerikanischen Universitäten aus Pennsylvania und West Virginia. Im Sportmagazin "Sport Inside" vom WDR wurden die Erkenntnisse auch der breiten Öffentlichkeit mitgeteilt. Kern der Untersuchung waren die Wetteinsätze beim britischen Wettanbieter "betfair" in den Jahren von 2010 bis 2015. Bei den besagten vier Schiedsrichtern sollen Wetteinsätze signifikant höher gewesen sein, als bei 22 weiteren Referees. Es wäre katastrophal für den Fußball, wenn er in einen weiteren Skandal steuern würde. Der Sport ist immer der Verlierer.


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