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TRAINER
Vom Dribbler zum Kümmerer
Berkan Algan stand sich als Talent beim FC St. Pauli bisweilen selber im Weg, nun hat er als Trainer von Altona 93 den Aufstieg in die Regionalliga Nord geschafft.

 

Berkan AlganEin Anhänger (re.) feierte im Kehdinger Stadion im Juni 2015 mit Trainer Berkan Algan das 2:0 in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga gegen den Bremer SV.

 

„Gebt unserem Trainer doch mal einen Schokoriegel!“, ruft einer. Die Fans des Regionalligisten FC Altona 93 leiden mit Berkan Algan, wenn er an der Seitenlinie der Adolf-Jäger-Kampfbahn mitansehen muss, wie seine Mannschaft in der Oberliga gegen den Abstieg kämpft. Da hilft ein Schokoriegel, von denen Algan während des Spiels gleich mehrere zu essen pflegt. Viele der 800 Zuschauer, die hier den Stadteilclub anfeuern, kennen den Altonaer Jung persönlich. Vater Behçet betreibt einen Friseursalon in der Bahrenfelder Straße, Sohn Berkan die Bar Vivo 400 Meter weiter nördlich. Und beim AFC hat der 40-Jährige bis vor einigen Jahren selber noch gespielt.
 
„Die Menschen sind bereit für einen größeren AFC“, sagte Algan. Was er meint: Nur der HSV und der FC St. Pauli haben in Hamburg mehr Fans als Altona 93. Seit einiger Zeit sieht man hier viele junge Familien, die ihren Sonntagsausflug um 14 Uhr  in der Adolf-Jäger-Kampfbahn beginnen.  Spielt Algans junge Mannschaft ähnlich leidenschaftlich wie in den vergangenen Wochen, werden bald noch mehr Fans einen Schokoriegel für ihren Lieblingstrainer bereithalten, den sie mit „Berkan Algan Fußballgott“ zu feiern pflegen. Die Quoten für den Klassenerhalt in der Regionalliga dürften für einen Aufsteiger dank der Heimstärke  dürften hnicht och ausfallen. Wer einen Anbieter sucht, kann einen mit angebotscode.com finden.
 
Algan ist auch bei 26 Grad im Schatten nicht zu bremsen: Vor dem Spiel gegen den Bremer SV in Drichtersen leitete er in Jeans das Aufwärmprogramm; als sich Ricardo Balzis schwer verletzte  und mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht wurde, sprintete er mit der Trage zu seinem verletzten Spieler. Wie sangen die Fans: mit Inbrunst: „Nichts ist unmöglich, A-L-T-O-N-A.“
Berkan Algan war selber ein versierter Dribbler, der mit dem glorreichen "77er-Jahrgang"-des FC St. Pauli mit Trainer Peter Paulick alle Titel holte, die es in Hamburg zu gewinnen gibt.
 
Trotz seines beachtlichen Talents schaffte er es bei St. Pauli allerdings nicht in den Profikader. Blieb er nach einem atemberaubenden Dribbling am vierten Gegenspieler hängen, verdrehte sein Trainer bei der U23 des FC St. Pauli die Augen. Berkan braucht seinen eigenen Ball wurde auf St. Pauli zum geflügelten Wort. Auch ein zwischenzeitlicher Wechsel in die Nachwuchsmannschaft des 1. FC Köln war nicht von Erfolg gekrönt. Viermal streifte er das Trikot der türkischen U21-Auswahl über. 2001 spielte er für den finnischen Verein Haka Valkeakoski im Europapokal.


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