Zurück  |  

ENGLAND
"Mister 33" stürzt Guardiola von der Spitze
Bei der ersten Saisonniederlage von Manchester City geht die Kontertaktik von Chelsea-Manager Maurizio Sarri auf. Der unterlegene Pep Guardiola schätzt den kauzigen Italiener schon länger.

 

Maurizio SarriErfolgreich unter dem Vesuv: Maurizio Sarri als Trainer beim SSC Neapel. Foto Pixathlon

 

Er hat es also wieder getan. „Für mich ist Manchester City das beste Team in Europa“, lobte Maurizio Sarri die Elf von Pep Guardiola für ihre spielerische Klasse. Letzterer hatte das gleich lautende Kompliment schon nicht gelten lassen, als Sarri noch den SSC Neapel trainierte und gegen die Citizens in der Champions League mit 1:2 unterlegen war.

Nun ist Sarri vom Vesuv an die Stamford Bridge weiter gezogen. „Wir werden nie so viele Räume bekommen, wie ihn diesem Spiel“, hatte der 60-Jährige vor dem Spiel von Chelsea gegen die Citizens gemutmaßt. „Wir müssen schnellen Fußball spielen.“ Eden Hazard hatte er auf die Position der falschen Neun beordert, um gegen die hoch aufrückende Verteidiger der Gäste die Räume zu bespielen. Das nun von Sarri trainierte Chelsea war bei den Buchmachern kein Favorit auf einen Sieg gegen City, zu formschwach hatte es sich in den zurückliegen Partien gezeigt. Doch wer mobilebet livewetten nutzte, war schnell geneigt, doch auf den Außenseiter aus London zu setzen.

Mit seiner Kontertaktik hatte Sarri tatsächlich Erfolg. Selten konnte der Meister trotz hoher Ballbesitzquoten gefährlich werden. 14 Torschüsse und 13 Ecken klingen gefährlicher, als es die Angriffsbemühungen auf dem Rasen waren. Insbesondere in der zweiten Hälfte hatte Taktikfuchs Sarri den Gästen den Zahn gezogen. Chelsea gewann 2:0 gegen den bisherigen Tabellenführer der Premier League, was gleichbedeutend mit der ersten Saisonniederlage für die Elf von Pep Guardiola war. Der Katalane umarmte Sarri nach dem Schlusspfiff lange. Eine Anerkennung für den Italiener, den Guardiola als Trainerkollegen sehr schätzt.

So sind Sarris Lobeshymnen für den Fußball von Manchester City keine Finte, um von den eigenen Stärken abzulenken, sondern ehrlich gemeint. Vor der Umarmung mit Pep hatte Maurizio Sarri den Lolli auf dem er am Spielfeldrand als Nikotinersatz herumzukauen pflegt, aus dem Mund genommen. Etwas kauzig wirkt er immer noch, obwohl er seit längerem zu den begehrtesten Trainern Europas gehört. Sarri, der sich nach eigenen Angaben, bis zu „16 Stunden am Tag“ mit Fußball beschäftigt, wird als detailversessener akribischer Arbeiter beschrieben, der aber dennoch das Leben genießen kann. Bei Neapel folgte ihm übrigens Carlo Ancelotti in seiner ersten Station nach der Entlassung beim FC Bayern.

In Italien führte er den AC Sansovino von der Verbandliga hinauf in die 3. Liga. Die AC Sangiovannese rettete er unter anderem vor dem Abstieg, und etablierte den Club in der 3. Liga, der Klassenerhalt war geschafft. Einen Spitznamen „Mister 33“ erhielt er besonders als Coach der unteren Ligen, weil er seinen Teams angeblich 33 Tricks und Standardsituationen einbleute. Der Sieg seines FC Chelsea sah schon wieder sehr nach einem Erfolg für den „Mister 33“ aus.

 

 



Zurück  |