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LIVERPOOL
Hawking, Ali, Jurgen
Momentan passt alles, ein Wandbild des Street-Art-Künstlers Aksy ist rechtzeitig zur Tabellenführung fertig geworden: Jürgen Klopp stehen mit dem FC Liverpool wilde Wochen im Titelkampf bevor. Aber er bekommt unerwartete Unterstützung.

 Jürgen KloppIdol an der Mersey: Jürgen Klopp. Foto: Pixathlon

 

Am Sonntag war der Trainer des neuen Tabellenführers an der Wand „Klopp on the wall“ war eine Meldung der Presseabteilung überschrieben. Sie zeigt Street Art des Künstlers Akse, der an dem Straßengemälde zwei Tage gearbeitet hatte. Es sind glückliche Tage für die Anhänger der Reds an der Mersey. Beim Last-Minute-Sieg gegen den FC Everton waren die Roten zwar Favorit bei den Buchmachern, aber um noch eine Wette bei ladbrokes live-wetten zu platzieren, brauchte man dennoch starke Nerven. In der letzten Minute der Nachspielzeit köpfte Divock Orogi das 1:0 im Merseyside Derby. Es war die 96. Spielminute und der Manager der Reds bejubelte den Siegtreffer wie die Meisterschaft.

„We are Liverpool. This means more“ steht unter der Street Art von Akse im hippen Liverpooler Baltic Viertel. Dass der Künstler zuvor auch Stephen Hawking, David Bowie und Muhammad Ali mit Wandbildern geehrt hat, zeigt das Ansehen, das „Jurgen“ mittlerweile in der Stadt genießt. „Ich liebe Jürgen Klopp. Er ist das Beste, was Liverpool in vielen Jahren passiert ist“, sagte Elvis Costello im RUND-Interview. So denken viele an der Mersey, zumindest die, die  es mit den Roten halten. So wie ein anderer großer Sohn der Stadt, der im Sommer verkündete, dass er den Reds die Daumen drückt. Paul McCartney, Teil einer Familie von Everton-Fans, sagte, dem FC Liverpool im Finale der Champions League gegen Real Madrid die Daumen gedrückt zu haben. „Es war ein großes Spiel für mich, weil ich aus Liverpool bin.“ Seit er Kenny Dalglish vor einigen Jahren kennen lernte, entdeckte er seine Sympathien für den LFC. „Es ist wie ein Sakrileg, weil man nicht beide supporten kann, wie bei Chelsea und Tottenham.“ Aber Paul McCartney, der vor Weihnachten ein seit Monaten ausverkauftes Konzert in der Echo-Arena gibt, ist das egal. „Meine beiden Mannschaften sind Everton und Liverpool --- oder Ever-pool“.

Die Roten können die Unterstützung des Ex-Beatles gut gebrauchen, stehen doch knallharte Wochen bevor, die mit dem Spiel gegen den großen Rivalen um den Titel, ihren Höhepunkt erreichen. Am 3. Januar müssen die Reds bei Manchester City antreten. Schon das torlose Hinspiel an der Anfield Road war eine intensive Angelegenheit, nun dürfte sich die Sache im Abnützungskampf der Premier League weiter zuspitzen. Es passt gut in Klopps Plan, dass Mohammed Salah langsam die Form seiner grandiosen Vorsaison erreicht. Nach seiner Schulterverletzung aus dem Finale der Königsklasse hatte der Ägypter einige Zeit gebraucht, nun steuerte er drei Treffer zum 4:0 der Reds beim AFC Bournemouth bei. Da City bei Chelsea mit 0:2 verlor, konnte Liverpool mit 42 Punkten die Spitzenposition übernehmen. Auf dem gerade getrockneten Wandbild schien es der Trainer mit einem versonnenen Lächeln zu begleiten.



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