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REGIONALLIGA
Altona 93 steigt wieder auf
Hamburgs Fußballverein Nummer drei hat treue Fans, die dem Kultklub auch einen Abstieg aus der Regionalliga Nord verzeihen würden.

 

Altona 93 feiertMitspieler und Anhänger feiern Marco Schultz’ Treffer zum Aufstieg. Foto: Matthias Greulich

 

3.485 Fußballfans waren in der Adolf-Jäger-Kampfbahn dabei. Durch das 1:1 gegen den Heider SV steigt Altona 93 in die Regionalliga Nord (vierte Liga) auf. Wie der Verein mitteilte, hat Trainer Berkan Algan seinen Vertrag inzwischen bis 2021 verlängert. Nach einer verkrampften ersten Hälfte und dem 0:1 durch Joe Mittelbach (42.) erlöste Marco Schultz (51.) mit seinem Ausgleich die Mehrzahl der Zuschauer.

In der Saison 2017/18 war Hamburgs Kultklub bereits eine Saison lang in der Regionalliga dabei, stieg jedoch als Tabellenletzter gleich wieder ab. In der kommenden Spielzeit sieht sich der AFC "besser aufgestellt", wie Berkan Algan sagte. Wetten auf den Klassenerhalt mit einem bet365 angebotscode dürften etwas niedriger ausfallen. Mit Stürmer Erdogan Pini (27, Spielvereinigung Drochtersen) und Defensiv-Talent Maximilian Daggott (18, Rot-Weiss Essen) stehen bereits zwei Verpflichtungen mit höherklassiger Erfahrung fest.

Die Anhänger haben Altona 93 bislang noch nie enttäuscht. Vor zwei Jahren pfiffen sie ihre Spieler nicht aus, als diese in der Adolf-Jäger-Kampfbahn anfänglich alle Heimspiele verloren. Die traditionsreiche Spielstätte ist 2017 unter anderem mit neuen Zäunen regionalligatauglich gemacht worden. Spätestens zum 31. Dezember 2026 muss der Verein eines der ältesten Fußballstadien Deutschlands räumen. Der Bau von 300 Wohnungen im begehrten Stadtteil Bahrenfeld sind geplant. Bereits 2007 hatte der AFC das Grundstück an Behrendt und Altoba für 11,25 Millionen Euro verkauft, damals war von 200 Wohnungen die Rede, die an der Bahrenfelder Griegstraße entstehen würden. Damals versäumte es der Verein eine Wertsteigerungsklausel in den Vertrag aufzunehmen. Das Grundstück ist seitdem erheblich im Wert gestiegen.

Bei der Aufstiegsfeier nach dem Abpfiff des Heide-Spiels kam noch keine Wehmut auf. Mit seiner Jugendabteilung ist Altona 93 im März 2019 in den neuen Sportpark Baurstraße gezogen. Im Gespräch ist weiterhin der Bau eines Regionalligastadions an der Memellandallee, das Altona 93 dereinst vielleicht gemeinsam mit dem ehrgeizigen Nachbarverein FC Teutonia 05 Ottensen nutzen könnte. Zuschauerpotenzial ist vorhanden: Das letzte Derby beider Klubs sahen mehr als 3.000 Fans aus dem Viertel.

In Hamburg ist Altona 93 der drittpopulärste Klub nach dem HSV und dem FC St. Pauli. Das Besondere ist, dass Anhänger beider Vereine auf den Tribünen der Adolf-Jäger-Kampfbahn friedlich nebeneinander stehen. Einige ehemalige St. Pauli-Fans haben hier eine neue Heimat gefunden, weil ihnen der FC seit langem zu kommerziell geworden ist. Der bekannteste von ihnen dürfte Doc Mabuse sein, der in den 1980er-Jahren die erste Totenkopffahne ans Millerntor brachte. Damals, der FC St. Pauli war noch drittklassig, kamen selten mehr als die 3.485 Zuschauer, die jetzt mit Altona 93 den Aufstieg in die Regionalliga feierten.



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