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BUNDESLIGA
Für den Aufwand belohnt
Die Profis des 1. FC Köln freuen sich über den späten Ausgleich durch Jonas Hector auf Schalke und über das gelungene Debüt des erst 18-jährigen Noah Katterbach.

 

Kölner ArenaSpielstätte des FC: Die Kölner RheinEnergie Arena. Foto: mg

 

Noah Katterbach stand der Mund weit offen, mit den Händen formte er etwas Rundes, das Schiedsrichter Tobias Welz signalisieren sollte, dass er soeben doch den Ball gespielt hatte. Der Linksverteidiger des 1. FC Köln hatte in seinem ersten Bundesligaspiel zwar die Kunststoffkugel aber eben auch die Beine des Schalkers Daniel Caligiuri touchiert. Schiri Welz zeigte dem Kölner in der 22. Spielminute die gelbe Karte, was in Ordnung ging, weil Kattberbach bereits nach zwölf Sekunden einmal gegen Caligiru hingelangt hatte.

Achim Beierlorzer nahm das Talent zur Seite und munterte ihn auf. Es war der einzige Moment, in dem sich der Kölner Trainer um das Nervenkostüm des Debütanten zu sorgen schien. Ansonsten hatte der 18-jährige aus Dreiborn in der Eifel seine Seite im Griff, lief 10,6 Kilometer und hatte eine Passquote von 73 Prozent. Mitspieler Jonas Hector lobte ihn im Boulevardblatt Express: „Er hat sich gut eingefügt. Er hat noch Luft nach oben, aber das ist ganz normal. Wir werden noch viel Spaß an ihm haben.“

Mannschaftskapitän Hector und die Seinen hatten in der Schalker Arena einige Rückschläge verkraften müssen. Suat Serdar hatte die Gelsenkirchener nach 71 Minuten in Führung gebracht, gute Möglichkeiten der für die Schlussoffensive eingewechselten Kölner Simon Terodde und Anthony Modeste hatte Schalkes Torhüter Alexander Nübel spektakulär vereitelt. Dass die Schalker mit einem Sieg nicht an die Tabellenspitze kletterten und die Bemühungen der Kölner belohnt wurden, lag dann an Hector. Der Nationalspieler, von Beierlorzer ins linke defensive Mittelfeld beordert, erzielte in der Nachspielzeit den Ausgleich, der auch in jeder Hinsicht verdient war. Auf ein Unentschieden hatten nicht viele gesetzt, wie ein Blick auf SportWetteOnline.de  ergab.

Der auch von Beierlorzer überschwänglich gelobte U19 Nationalspieler Katterbach behielt in der Defensive die Ruhe und zeigte in einigen Situationen, dass er ein guter Fußballer ist. Mit seinen 1,80 Metern wirkt er zudem bereits erstaunlich robust, gegen die abgezockten Erstligaspieler in der mit 61.883 Zuschauern ausverkauften Schalker Arena. Seit 2008 spielt der zunächst beim DJK Dreiborn Ausgebildete, in der Jugend des 1. FC Köln. Seine Eltern kauften einen VW-Bus, den sie so umbauten, dass ihr Junge auf der 140 Kilometer langen Fahrt von der Eifel nach Köln seine Hausaufgaben machen konnte, wie der Blog Effzeh.com zu berichten weiß. Inzwischen lebt er im Kölner Jugendinternat, sein Abitur machte er mit der Durchschnittsnote 2,1. Sein Vertrag mit dem 1. FC Köln läuft bis 2020.



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