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TRAINERWECHSEL
Die Vor- und Nachteile eines Trainerwechsels
Eben noch gefeiert, heute schon entlassen. Im Profifußball üben sich Vereinsverantwortliche gerne in Aktionismus. Ob das sinnvoll ist, darf bezweifelt werden.

 

Fußball
Foto Sebastian Vollmert

 

 

Trainerwechsel gehören im Profifußball zum Tagesgeschäft. Statistisch gesehen wechselt knapp die Hälfte aller Bundesligavereine pro Saison den Trainer. Auch wenn die Spieler auf dem Spielfeld die Tore schießen müssen, steht letztlich der Coach in der Verantwortung. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist der Schritt zur Entlassung für die Verantwortlichen auch immer ein großes Ringen. Gibt es überhaupt den richtigen Zeitpunkt für den Trainerwechsel? Wir schauen uns die Vor- und Nachteile an.

Ein Trainerwechsel aus spielerischen Gründen

In den meisten Fällen hängt ein Trainerwechsel mit ausbleibendem sportlichem Erfolg zusammen. Allerdings kommt es auch aus anderen Gründen zum Trainerwechsel. Dieter Hecking beispielsweise musste nach der vergangenen Saison seinen Platz bei Borussia Mönchengladbach räumen, obwohl er nur knapp die Champions League Ränge verpasste. Von seinem Nachfolger Marco Rose versprachen sich die Verantwortlichen bei Gladbach ein attraktiveres und variableres Spiel. Und tatsächlich konnte er der Mannschaft eine neue Handschrift verleihen. Auch Niko Kovac wurde im Herbst beim FCB entlassen. Zwar führte er die Bayern vor wenigen Monaten noch zum Double, doch auch unter dem ehemaligen Frankfurt-Trainer war keine spielerische Entwicklung beim Rekordmeister zu erkennen. Zudem soll es zwischen Mannschaft und Trainer ebenfalls gekriselt haben – und wenn die Mannschaft erst einmal „gegen den Trainer spielt“, müssen die Verantwortlichen die Reißleine ziehen.

Gibt es den richtigen Zeitpunkt zum Wechsel?

Allerdings ist es von außen auch nie so leicht zu erkennen, aus welchen Gründen der Trainer seine Mannschaft nicht mehr erreicht bzw. warum die Ergebnisse ausbleiben. Manchmal gehen die Verantwortlichen auch den Weg der Kontinuität. Als der BVB beispielsweise in seiner letzten Saison unter Jürgen Klopp zeitweise bis auf den letzten Tabellenplatz zurückfiel, hielten sie trotzdem an dem langjährigen Erfolgstrainer fest. Am Ende der Saison trennte man sich einvernehmlich. Eine ähnliche Situation zeigt sich derzeit in Bremen. Obwohl Werder die bislang schlechteste Saison der Vereinsgeschichte spielt, halten die Verantwortlichen an Florian Kohfeldt fest. So viel Geduld hatte man bei Fortuna Düsseldorf hingegen nicht. Friedhelm Funkel wurde durch Uwe Rösler ersetzt. Ein Trainerwechsel bringt allerdings nicht immer etwas, denn auch unter Rösler hat sich bei der Fortuna bisher noch keine echte Besserung eingestellt. Die vergleichsweise bessere Punkteausbeute in der Rückrunde macht dennoch Anlass zur Freude beim Team. Fortuna kämpft in der Bundesliga um Tore und Punkte. Dabei müssen die Spieler nicht nur gut mit dem Ball umgehen können und die Taktik beherrschen. Um ein kompletter Spieler zu werden, braucht es etwas mehr. Ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg sind die fußballerischen Instinkte der Spieler.

 

Gibt es den perfekten Trainer?

Dabei stellt sich die Frage, ob es eigentlich den perfekten Trainer für einen Verein gibt. Es scheint, als reibe sich selbst das beste Verhältnis mit der Zeit auf – siehe BVB und Klopp, Manchester United und Ferguson oder Arsenal London und Wenger.



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