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KLIMAWANDEL
Wie die Fußballindustrie versucht, umweltfreundlicher zu werden
Die Vereinten Nationen hoffen, dass Verbände, Vereine und Sportler ihre große Reichweite dafür nutzen, für einen nachhaltigeren Umgang mit der Umwelt zu werben.

 

 Gegengerade des FC St. Pauli Umweltfreundlicherer Fußball: Im Millerntor-Stadion des Zweitligisten FC St. Pauli wird das Bier aus Pfandbechern getrunken

 

Vor Ausbruch des Coronavirus beherrschte die Fridays-for-Future-Bewegung die Schlagzeilen. Die Initiatorin Greta Thunberg hatte es geschafft, Millionen Menschen rund um den Globus zu animieren, für den Klimaschutz zu protestieren. Die Bewegung hat das Ziel, auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen und die Politik dazu zu bewegen, ambitionierter Klimaziele umzusetzen. Zwar hat die Pandemie der Bewegung etwas Wind aus den Segeln genommen, doch sind sich immer mehr Akteure aus Politik, Wirtschaft und Kultur ihrer Verantwortung für das Klima bewusst.

Neben verschiedenen kleinen Initiativen gibt es auch große Rahmenwerke zum Klimaschutz. So wurde im polnischen Kattowitz das Sports for Climate Action Framework ins Leben gerufen, das Verbände und Vereine ermutigen soll, umwelt- und besonders klimafreundlicher zu handeln. Die UN hofft, dass Verbände, Vereine und Sportler ihre große Reichweite dafür nutzen, für einen nachhaltigeren Umgang mit der Umwelt zu werben. Neben dem DFB, den New York Yankees und dem DSV gehört auch der FC Arsenal, der auch dieses Jahr in der Premier League den eigenen Ansprüchen hinterherläuft, zu den Akteuren, die den Rahmenvertrag unterschrieben haben.

Mit der Unterschrift verpflichten sich die Verbände und Vereine aktiv für den Klimaschutz einzustehen und nachhaltiger zu wirtschaften. Zudem sollen die großen Teams und Verbände ihre Reichweite nutzen, um auf die Klimaerwärmung und ihre Folgen aufmerksam zu machen. Ziel ist es, die Ziele, die im Pariser Klimaabkommen beschlossen wurden, einzuhalten. Zwar haben sich noch nicht sehr viele Vereine der Initiative angeschlossen, doch versuchen immer mehr Teams, nachhaltiger zu wirtschaften.

So wurden in den meisten Stadien der Bundesliga die Einweg-Plastikbecher zugunsten eines Pfandsystems abgeschafft. Zudem setzen die Bundesligaclubs vermehrt auf Strom aus erneuerbaren Energien. Der Traditionsverein Borussia Dortmund hat zum Beispiel seit Jahren eine Solaranlage auf dem Stadion installiert, die saubere Energie für Stadion und Trainingsgelände liefert. Ein unterklassiger Fußballverein aus England geht da noch viele Schritte weiter. Die Forrest Green Rovers sind allgemein als „grünster Fußballverein Europas“ anerkannt und setzen auf Klimaneutralität und Umweltfreundlichkeit. So wird der Rasen nicht mit künstlichen Düngern bearbeitet und durch einen Solarmäher geschnitten. Zudem sind die Trikots des Teams nicht aus Kunstfaser gefertigt. Auch die traditionelle Stadionwurst wurde bei den Rovers verbannt. Da die Fleischproduktion für hohe Emissionen sorgt, beschloss der Club, ein komplett veganes Stadionmenü anzubieten.

Klimaaktivisten loben die Schritte der Fußballvereine, aber mahnen stets an, dass alles nicht schnell genug gehe. Es sind drastischere Maßnahmen notwendig, um die Umwelt, wie wir sie kennen, langfristig zu erhalten. Getreu dem Spruch von Greta Thunberg gilt: Euch (in diesem Falle den Fußballvereinen) gehen die Ausreden aus und uns (den nachfolgenden Generationen) die Zeit.

 



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