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1. AKTIONSABEND
Gegen Homophobie im deutschen Fußball
So etwas hatte es noch nie gegeben: Nicht nur dass der 1. Aktionsabend gegen Homophobie im deutschen Fußball (Freitag, 12. Oktober 2007 im Berliner Olympiastadion, organisiert von EGLSF, BAFF und RUND) der erste seiner Art in Europa war, auch dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sich in Person von Helmut Spahn, dem Sicherheitsbeauftragten und Leiter der Task Force, an der Podiumsdiskussion beteiligte, war ein absolutes Novum.

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Aktionsabend: Im Berliner Olympiastadion wurde
erstmals die Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit im Fußball diskutiert


Spahns Aussagen lassen hoffen, dass der DFB gegen das schwulenfeindliche Klima in den Stadien und auf den Fußballplätzen aktiv wird: „Gerade was sich Woche für Woche in dieser Hinsicht in den unteren Ligen abspielt, ist nach wie vor erschütternd. Wir haben das Problem erkannt und werden es angehen.“ Helmut Spahn ging sogar noch einen Schritt weiter: „Wenn sich ein prominentes Mitglied des Frauen- oder des Männer-Nationalteams als homosexuell outet, wäre der DFB der Letzte, der damit ein Problem hätte.“

Alle Vereine der 1. und 2. Bundesliga sowie der Regionalligen waren zum Aktionsabend eingeladen. Dass nur wenige Klubs kamen, war enttäuschend, zeigt aber, dass das Thema Homophobie noch immer nicht im Bewusstsein des Fußballs angekommen ist. Aus den Bundesligen unterzeichneten einzig Werder Bremen, Energie Cottbus, Carl-Zeiss Jena und Gastgeber Hertha BSC Berlin die „Erklärung gegen Diskriminierung im Fußball“. Insgesamt unterschrieben 27 Verbände, Vereine oder Organisationen das 5-Punkte-Papier, darunter der DFB, die Frauen-Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam und FSV Frankfurt, Regionalligist Dynamo Dresden sowie die Fußballverbände Mittelrhein, Berlin und Hamburg.

„Wenn sich ein Ballack oder Klose hinstellen und in einem Interview endlich mal sagen würde, dass Homophobie uncool ist, würde das im deutschen Fußball zum Thema unglaublich viel bewegen“, sagte unter anderem Volker Beck, der stellvertretende Fraktionschef der Grünen.

Eine weitere Idee, um auf die homophobe Stimmung im Fußball hinzuweisen, entstand auch an diesem Abend: ein Vorspiel vor einer Bundesligapartie zwischen einem schwulen Männerteam und einer Prominentenauswahl. DFB-Mann Spahn: „Eine Riesensache, die ich sofort unterstützen würde.“

Tanja Walther, Ex-Bundesligaspielerin, Vertreterin der EGLSF (European Gay & Lesbian Sport Federation) und Mitorganisatorin des Aktionsabends: „Wir sind mit dem Verlauf sehr zufrieden und werden uns weiter engagieren.“



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