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POST AUS AFRIKA
Im Land des Voodoo
Vom Afrika Cup nach Benin: Benjamin Adrion (Text) und Christian Rinke (Fotos) von „Viva con Agua“ sahen das Finale zwischen Ägypten und Kamerun und den Standort für neue Brunnenprojekte. Lesen Sie Teil 5 der „Post aus Afrika“

Benjamin Adrion
Fan der Black Stars: Benjamin Adrion bekommt vor dem Stadion in Accra die richtige Bemalung

Ghana
Nach der ausgelassenen Feier nach dem Sieg der Ghanaer im Viertelfinale hatten wir bereits wenige Tage später die Möglichkeit, das nächste Spiel der Mannschaft gegen “les lions indomptables“ (die unbezwingbaren Löwen) aus Kamerun zu verfolgen. Vor dem Anpfiff war die Stimmung auf den Straßen noch einmal aufgeregter als beim Viertelfinale, dennoch waren Tickets für einen vertretbaren Preis unmittelbar vor dem Spiel zu haben. Die von dem deutschen Otto Pfister trainierte Mannschaft aus Kamerun konnte sich in einem schwer umkämpften Spiel unverdient mit 1:0 durchsetzen, was der Stimmung in der Hauptstadt Accra einen merklichen Dämpfer verpasste. Die Fahnen wurden eingeholt und die Hoffnung auf den Turniersieg war dahin! Auch in unserer Reisegruppe war die Frustration groß, hatten wir doch große Sympathien für die ghanaische Mannschaft und insbesondere für Manuel Junior Agogo entwickelt.

Vor dem Finale traf dann der Regionaldirektor der Welthungerhilfe für West- und Zentralafrika aus Bonn ein, um unsere wieder gewachsene Viva con Agua Reisegruppe nach Benin zu begleiten. Am 10. Februar gingen wir vorher allerdings noch einmal zum Stadion der Hauptstadt, wo das Endspiel zwischen Kamerun und Ägypten bevorstand. Als bereits alles nach Verlängerung aussah, konnten die Ägypter von einem kapitalen Abwehrfehler profitieren und den African Cup of Nations für sich entscheiden. Die Freude war groß bei Mohammad Zidan vom HSV und seinem Team aus Nordafrika. Der Abpfiff im Endspiel, die anschließende Siegerehrung mit Feuerwerk und Sepp Blatter waren die letzten Eindrücke für uns vom Afrika Cup in Ghana.

Fußballteam


Benin
Am nächsten Tag verließen wir am frühen Morgen Accra und fuhren mit dem Bus durch Togo nach Benin. Einige Fakten: Das Heimatland des Voodoo hat ungefähr 7,4 Millionen Einwohner, die politische Lage ist stabil. Das Bevölkerungswachstum ist mit 2,9 Prozent hoch, während die Analphabetenrate bei 60 Prozent liegt.

Nach einem Tag im Gästehaus des DED (Deutschen Entwicklungsdienst) in der beninischen Hafenstadt Cotonou brachen wir in aller Früh auf, um uns unserem Projektgebiet in Benin zu nähern, dem Milleniumsdorf Manigri. Obwohl die Welthungerhilfe schon seit 25 Jahren im Land tätig ist, verfügt sie in Benin nicht über ein eigenes Büro vor Ort und beschäftigt keine eigenen deutschen Mitarbeiter. Für die Durchführung und Betreuung der Projekte kooperiert sie mit verschiedenen beninischen NGO’s und greift auf beratende Kapzitäten des DED zurück.

Im Milleniumsdorf Manigri leben rund 12.000 Menschen. Mit den Einnahmen der ersten Viva con Agua Wassertage im August 2007 konnten wir 30.000 Euro sammeln, die benötigt werden, um die dort lebenden Menschen mit sauberem Wasser zu versorgen. Durch den Bau von Schachtbrunnen soll den Menschen ein Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht werden.

Wir besichtigten zuerst verschiedene Projektaspekte im Milleniumsdorf, von der Vergabe von Mikrokrediten über die Honigproduktion zur Steigerung des Einkommens bis hin zur Wiederbelebung natürlicher Ressourcen. Die Brunnen konnten aufgrund der erst kürzlich vergangenen Regenzeit noch nicht gebaut werden. Es wurden durch einen Hydrologen bereits vorbereitende Maßnahmen ergriffen, wodurch die Standorte der zukünftigen 5 Viva con Agua Brunnen für Manigri festgelegt werden konnten.

Bis zur Mitte diesen Jahres werden alle 5 Brunnen in Betrieb sein und die Menschen müssen nicht mehr auf verunreinigtes Wasser aus der ortsnahen Wasserstelle zurückgreifen.
Bei einer unserer zukünftigen Reisen werden wir uns von der ordnungsgemäßen Umsetzung und dem endgültigen Bau der Brunnen überzeugen können.

Dem offiziellen Teil folgte ein geselliger Nachmittag, dessen Höhepunkt ein Fußballspiel darstellte, in das Teile der Viva con Agua Allstars maßgeblich eingreifen konnten. Nach nur einem ausführlichem Tag in Manigri führte unser Weg durch weitere Projektgebiete der Welthungerhilfe im Norden Benins, um dann am vergangenen Wochenende die Grenze zu Burkina Faso zu überqueren. Unsere Reise führte uns in die Hauptstadt Ouagadougou; die mittlerweile zu einer Millionenstadt avancierte.

Neues Land - neue Eindrücke, von denen wir in unserem nächsten Reisebericht ausführlich erzählen werden.

Bis bald bei Viva con Agua in Afrika!
Benjamin Adrion











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