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Hype nach einem magischem Abend       
Serge Gnabry spielt immer, sagte Jogi Löw, und beim 7:2-Sieg der Bayern in Tottenheim legt der Müncner mit vier Treffern nach. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de

 


Serge GnabryMagische Nacht in London: Serge Gnabry vom FC Bayern. Foto Pixathlon

 

Hype um Serge Gnabry. In Frankfurt blickt man staunend zurück: „Bei West Bromwich, wo Gnabry in der Saison 2015/2016 vom FC Arsenal hinverliehen wurde, war er weit hinter seinem Potenzial zurückgeblieben, für das er einst als 16-Jähriger vom VfB Stuttgart nach London geholt wurde. „Wir haben es nie geschafft, ihn richtig fit zu bekommen“, erinnerte sich Pulis. Selbst in der zweiten Mannschaft von West Brom ist Gnabry ausgewechselt worden. Er machte ein einziges Spiel für die Profis und wurde im Sommer von Arsenal für fünf Millionen Euro an Werder Bremen verkauft. Nach Gnabrys Gala jammerten die Arsenal-Fans, wie Arsene Wenger nur diesen Spieler weggeben konnte. Wie schnell sich Zeiten ändern.“

Oliver Fritsch (Zeit Online) macht große Augen: „Gnabry fällt auch neben dem Platz auf. Er wechselt seine Frisuren, ernährt sich vegan, hat sich von Dazn porträtieren lassen. Zudem unterstützt er die Initiative Common Goal, in der Fußballprofis ein Prozent ihres Gehalts an soziale Projekte mit Fußballbezug spenden. Seine vier Tore in London schoss er in fliedervioletten Schuhen. Serge Gnabry ist ein Kind der Lifestyle-Epoche.“

Jan Jüttner (sportbuzzer.de) stellt bereits den Schampus kalt: „Das 7:2 des FC Bayern bei Tottenham Hotspur ist eine Drohung an Europa. Dass der deutsche Rekordmeister den Vorjahresfinalisten im eigenen Stadion derart demontiert und sich so eiskalt vor dem Tor zeigt, sollte Liverpool, ManCity, PSG und Barca zu denken geben. Nutzen die Bayern ihre vielen Chancen auch in Zukunft so konsequent, sind sie nur ganz schwer zu stoppen und einer der großen Favoriten auf den Champions-League-Titel.“

Grandiose 60 Minuten

Claus Vetter (Tagesspiegel) ist hin und weg: „Noch nie haben die Bayern unter Trainer Niko Kovac so entfesselt aufgespielt wie in ihren grandiosen 60 Minuten von London. Dabei waren sie eher schludrig in das Spiel gestartet, zogen dann aber alles an sich. Mit Ballbesitz und Zielstrebigkeit gegen einen, spätestens nach vier Gegentoren, verzweifelt jede Ordnung vergessenden Gegner.“

Auch Julien Wolff (Welt) spendet Applaus: „Der Dienstagabend in London war ein magischer Fußball-Abend, den die neue Bayern-Generation um Gnabry, Niklas Süle, Joshua Kimmich und Kingsley Coman brauchte. Jetzt redet mal keiner mehr von den ach so großen Fußstapfen Franck Ribérys und Arjen Robbens. Es war der Beweis, dass das neue Gerüst der Mannschaft einen großen Gegner bezwingen kann.“

Klaus Hoeltzenbein (SZ) drückt zwei Bayern-Legenden die Daumen: „Der FC Bayern sehnt seinen dritten Triumph herbei, seit der Europapokal der Landesmeister zur Saison 1992/93 in das Vermarktungsspektakel Champions League überführt wurde. Die Zeit drängt ein bisschen, denn die auch nicht ewige Ära von Tischredner Rummenigge und seinem Tischpartner Uli Hoeneß nähert sich beim FC Bayern bekanntlich ihrem Ende. Beide treibt die Sehnsucht, den gewiss nicht schönsten Henkelpott des Universums noch einmal stolz durch den Saal tragen zu dürfen. Da ist dieses Siebenzwei schon ein Signal, errungen auf der rauen Insel, auf der sich deutsche Mannschaften schon zu Zeiten unwohl fühlten, in denen sich Uwe Seeler noch höchstselbst dort versuchte.“

Erreicht ist noch lange nichts

Florian Plettenberg (sport1.de) hält den Ball flach: „Niklas Süle bezeichnet das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer als „sehr gut“. Joshua Kimmich sagte: „Erfolge lassen ein Team wachsen“ und bezog Kovac explizit mit ein in diesen Satz. Wie stabil dieses Konstrukt ist, wird sich aber erst im kommenden Jahr zeigen. Denn die Saison der Bayern startet bekanntlich mit dem Achtelfinale in der Champions League. Dieses ist den Münchnern so gut wie sicher, erreicht ist in dieser Saison aber noch lange nichts.“

 
 


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