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Macher, Macho und Malocher   
Rudi Assauer ist tot. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de. 

 


Gedenkminute für Rudi Assauer
In Dortmund, wo er Spieler gewesen war. Foto Pixathlon

 

Alex Raack (Zeit Online): „Unvergessen das Foto, auf dem Rudi Assauer den schweren Silberling schultert wie einen Sack Kartoffeln, zwischen den Zähnen die obligatorische Davidoff balancierend. Der malochende Macher, eine sonderbare Mischung aus Ruhrpottmacho und Stehplatzgeschäftsmann, wie es sie vermutlich nur im Fußball und dort auch nur im Ruhrgebiet geben kann, ist auf dem Höhepunkt seiner Managerkarriere.“

Ben Redelings (n-tv.de): „Seine ehrliche, authentische und nie aufgesetzt wirkende Art kam an. Die Leute sahen in ihm einen von ihnen. Jemanden, der dieselben Dinge mochte und schätzte wie sie selbst.“

Wer sich wehrte, der genoss seine Hochachtung

Jörg Strohschein (Tagesspiegel): „Wer mit ihm stritt, dem musste dringend geraten werden, kräftige Gegenargumente zu finden und diese auch mit Nachdruck vorzutragen. Denn wer sich nicht wehrte, der hatte bei ihm keine Chance und war für sehr lange Zeit unten durch. Wer sich aber wehrte, der genoss seine Hochachtung. Dabei war Rudi Assauer deutlich sensibler, als man es hätte auch nur ahnen können. Assauer kümmerte sich um die, die ihm wichtig waren.“

Daniel Theweleit (FAZ): „Im Rückblick lässt sich Assauer als wohltuender Gegenentwurf zu den studierten Betriebswirtschaftlern und den glatten Marketingexperten betrachten, die den professionalisierten Spitzenfußball heute lenken. Als Junge von der Straße, der fühlte wie viele Fans, der sich nie für seine Tränen schämte, als Mensch, der seinen Instinkten folgte statt computergenerierten Analysen. Und diese Instinkte führten zu großen Erfolgen, die im Uefa-Pokalsieg 1997 gipfelten. Woher er diese besondere Fähigkeit hatte, wird auf ewig rätselhaft bleiben, vielleicht war er ein Glückskind.“

Sonst ist da nichts

Martin Krauss (taz): „Was bleibt, wenn ein Fußballmanager stirbt? Rudi Assauer ist tot, und hier sieht man: In besonderen Fällen ist es eine ganze Stadt, die bleibt. Das beinah einzige Symbol der Stadt Gelsenkirchen, die große Indoor-Outdoor-Halle, die mittlerweile auf den Namen „Veltins-Arena“ hört, ist nicht nur quasi das Werk von Rudi Assauer, es ist auch das Bild Gelsenkirchens. Sonst ist da nichts.

Malte Müller-Michaelis (Spiegel Online): „Mit seiner akkurat sitzenden Frisur, dem lässig-stylischen Anzug ohne Krawatte und natürlich der stets qualmenden Cohiba zwischen den Lippen war Assauer das Sinnbild eines Fußballmanagers der Jahrtausendwende. Gemeinsam mit Uli Hoeneß, Willi Lemke und Reiner Calmund prägte er eine Ära, in der die Männer, die eigentlich hinter den Kulissen arbeiten sollten, zu den schillerndsten und charismatischsten Figuren im Fußballgeschäft gehörten.“

Oliver Müller (Welt): „Am Mittwoch erinnerte auf Schalke gefühlt fast alles an Assauer. Von Kutucu bis hin zu einer Tatsache, auf die Olaf Thon aufmerksam machte. 1600 Aschenbecher gebe es in den Logen der Arena. „Das wollte der Rudi so“, sagte der ehemalige Schalker Nationalspieler. In vielen anderen deutschen Stadien herrscht mittlerweile Rauchverbot. Auf Schalke ist daran nicht zu denken.“

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