Zurück  |  

Presseschau
Liga ist bald kopflos          
Christian Seifert führte die DFL durch einige Krisen, jetzt hat er seinen Rückzug angekündigt. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de

 

Christian Seifert
Will seinen Vertrag als Geschäftsführer der DFL nicht verlängern: Christian Seifert. Foto Pixathlon

 

Christian Seifert wird seinen 2022 auslaufenden Vertrag als DFL-Chef nicht verlängern. Michael Rosentritt (Tagesspiegel) schlägt die Hände vors Gesicht: „Der Rückzug Seiferts ist ein harter Einschnitt für den bezahlten Fußball, die Tragweite seiner Entscheidung wird vermutlich erst allmählich seine ganze Tragweite entfalten. Führende Köpfe der Vereine aus München und Dortmund sprechen von einem herben Verlust. Auch die DFL hat ihr Bedauern kundgetan. Sie darf nun nach einem Nachfolger Ausschau halten. Es gibt sicher einfachere Aufgaben.“

Michael Horeni (FAZ) schließt sich an: „Seifert hat sich in seinen rund 15 Jahren im deutschen Profifußball unersetzlich gemacht. Das spricht sehr für den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von KarstadtQuelle – und gegen das Personal in der Fußballbranche. Dort ist derzeit auch kaum jemand zu sehen, der die wirtschaftliche Kompetenz und die einigende Kraft hätte, diesen Posten so auszufüllen, wie es gerade in schwierigen Zeiten notwendig wäre, um den Profifußball in seiner Gesamtheit zu führen und zu entwickeln.“

Die Ankündigung kommt zur Unzeit

Frank Hellmann (sportschau.de) blickt besorgt in die Zukunft: „Anders als der Deutsche Fußball-Bund (DFB) als Dachorganisation für mehr als sieben Millionen Mitglieder und 25.000 Vereine steht die DFL unter seiner Regentschaft für ein skandalfreies Tun. Dass ein mittlerweile weit über den Sport heraus anerkannter Krisenmanager des deutschen Profifußballs seinen Rückzug für den Juni 2022 ankündigt, kommt zur Unzeit. Offenbar reizt den 51-Jährigen eine neue Herausforderung, über die nach derzeitigem Stand nur spekuliert werden kann. Immerhin veranstaltete Seifert keinen Eiertanz, nachdem am Sonntagabend erste Gerüchte über seinen Rückzug aufkamen.“

Auch Thomas Kistner (SZ) malt schwarz: „Dieser Verlust wiegt schwer in einer Glücksritter-Branche, wo Weitblick und Strategie weithin mit Klüngelwirtschaft und Intrigen übersetzt werden. Was ja nie ein Problem war über all die fetten Jahre, in denen es die Euro-Milliarden einfach so durchs Dach reingehagelt hat. Das ändert sich jetzt. Ein Virus, also etwas völlig Unvorhersehbares, hat den Autopiloten für ewige Rendite abgeschaltet.“

www.indirekter-freistoss.de

 
 


Zurück  |