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Krachend gescheitert    
Nach der Entlassung von Tayfun Korkut beim VfB Stuttgart mangelt es nicht an Kritik an der Vereinsführung. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de. 

 


Tayfun Korkut
Entlassen in Stuttgart: Tayfun Korkut. Foto Pixathlon

 

Tayfun Korkut ist nicht mehr Trainer in Stuttgart. Christof Kneer (SZ) reagiert wie folgt: „Natürlich wissen die Stuttgarter, dass sie jetzt wieder ein bisschen blöd dastehen in der Öffentlichkeit, die ihnen zweierlei anlasten wird: erstens, dass sie einen Trainer entlassen, der den VfB kürzlich noch zur zweitbesten Mannschaft der Rückrunde gemacht hatte. Und zweitens, dass sie ihren schönen, neuen Vorsätzen schon wieder untreu geworden sind. Denn das wollten sie in Stuttgart unter Federführung von Michael Reschke und Präsident Wolfgang Dietrich eigentlich nicht mehr sein: ein Trainerfresserverein, der beim ersten Gegenwind nervös wird.“ 

Peter Stolterfoht (Stuttgarter Zeitung) nimmt sich die VfB-Führung zur Brust: „Die aktuelle Entlassung macht überdeutlich, dass auch der Präsident Wolfgang Dietrich mit seinem Plan, Kontinuität in die sportliche Führung seines Clubs zu bekommen, krachend gescheitert ist. Der VfB bleibt – entgegen anderslautenden Ankündigungen – der Trainerjobkiller Nummer eins in der Bundesliga. Deshalb erntet der Club nach der Entlassung von Tayfun Korkut wieder Kritik.“

Daniel Schmitt (FR) steckt Tayfun Korkut in die Zu-nett-Schublade: „Der in Stuttgart geborene und mit der Region eng verbandelte Trainer ist ein immerzu höflicher Mensch, ein angenehmer Gesprächspartner, der nur ganz selten aus seiner Haut fährt. Charaktereigenschaften, die grundsätzlich positiv zu bewerten sind, die aber auch negative Züge mit sich bringen. Zu brav, zu bieder, zu wenig klare Kante – so die Vorwürfe an Korkut. Und da ist durchaus etwas dran.“

Matti Lieske (Berliner Zeitung) ist fassungslos: „Da ist er wieder, der Chaos- und Panikklub, der gern drei Trainer pro Saison auf dem Weg zum Untergang verschleißt und einen Sportdirektor hat, der entweder gut heucheln kann oder schlecht informiert ist.“

Reschke muss nun zeigen, ob er ein guter Sportchef ist

Markus Merz (sportbuzzer.de) macht dem VfB-Sportchef Druck: „Der Präsident gibt den Takt vor, der Sportchef führt dessen Willen aus. Reschke ist angezählt, Korkut war „sein Trainer“. Dietrich hatte ihm diesen Wunsch im Januar gestattet. Und bei der Mitgliederversammlung im Sommer ohne Not eine Vertragsverlängerung von Korkut obendrauf gepackt. Das rächt sich jetzt. Michael Reschke muss nun zeigen, ob er ein guter Sportchef ist – oder am Ende doch nur ein guter Kaderplaner im Hintergrund. Sonst senkt sich der Dietrich-Daumen bald ein zweites Mal.“

Felix Götz (spox.com) „freut“ sich auf neue Impulse: „Überraschend kommt Korkuts Entlassung freilich nicht. Das Team hat sich unter dem 44-Jährigen rückentwickelt, das Potenzial im Kader wurde nicht ansatzweise ausgeschöpft. Das Schlimmste daran: Korkut hatte eine größtenteils sorgenfreie Vorbereitung und entsprechend mehr als genug Zeit, seiner Mannschaft ein funktionierendes Spielsystem einzuimpfen.“ 

www.indirekter-freistoss.de

 
 


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