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Unsolidarische Liga       
Der SV Werder Bremen bleibt alleine auf den Kosten für Hochsicherheitsspiele sitzen. Außerdem: Flick, Nouri, Rose, Hradecky und Harit. . Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de

 


Poilzeieinsatz in BremenPoilzeieinsatz in Bremen: Als im Februar 2016 die Anhänger des Hamburger SV zum Nordderby an die Weser reisten, galt dies als Hochsicherheitsspiel. Die Kosten stellte das Land Bremen der DFL in Rechnung. Foto Pixathlon

 

Im Streit üm die Übernahme der Polizeikosten bei Hochsicherheitsspielen steht dem SV Werder Bremen die Liga nicht bei. Johannes Aumüller (SZ) regt sich auf: „Der Profifußball tut sich mit dieser Haltung keinen Gefallen. Besser wäre es, er würde eine Fonds-Lösung mitgestalten, an der sich alle Klubs beteiligen – und die dann einzelne Gebührenordnungen in einzelnen Bundesländern sowie die Abrechnung einzelner Risikospiele ersetzen würde. Das wäre auch nicht zwingend unfair gegenüber den Klubs, die keine Problemfans haben. Die Bundesligen sind auch ein Produkt als Ganzes und nicht 306 einzelne Spiele.“

Auch Bastian Mojen (butenunbinnen.de) ist entsetzt: „Die Vereine haben auf ihrer Mitgliederversammlung beschlossen, dass die DFL die Bescheide weiterreicht und Werder Bremen die Gebühren alleine tragen soll. Das ist unschön. Und zeigt ein Bild der professionellen Fußball-Welt, welches mit Fair Play wenig zu tun hat. Denn zahlt nur Werder für die Kosten, ist das ein klarer Wettbewerbsnachteil.“

Locker a la Heynckes

Trotz der Heimschlappe gegen Bayer Leverkusen herrscht in München gute Laune. Dennis Melzer (spox.com) steht applaudierend vor der FCB-Trainerbank: „Bewertet man objektiv, was sich unter Flick verändert hat, rücken besonders zwei Punkte in den Fokus: Der 54-Jährige lässt eine klare Philosophie erkennen, die auf einem höheren, aggressiveren und geschlossenen Verteidigen und schnellerem Umschaltspiel fußt. Im Zuge dessen hat er es geschafft, das Team mit seiner lockeren Art a la Heynckes hinter sich zu bringen und selbst Edel-Reservisten wie Philippe Coutinho und Thiago bei Laune zu halten.“

Oliver Fritsch (Zeit Online) adelt Gladbach-Coach Marco Rose: „Es ist nicht nur die Taktik, die Rose neben Julian Nagelsmann zum interessantesten Trainer der Bundesliga macht. Die Spieler schwärmen von ihm als Führungskraft und schätzen sein Trainerteam. Zuletzt sagte Florian Neuhaus in der Sport Bild über Rose: „Er gibt uns ein super Gefühl, was er genau sehen will. Jeder hat Bock, die Ideen umzusetzen.“ Mit welcher Leidenschaft die Borussia vorgeht, sieht man auf dem Platz. Und alle machen mit.“

Auf den Spuren von Jogi Löw

Christoph Dach (Tagesspiegel) beschäftigt sich mit der Rolle von Herthas Co-Trainer Alexander Nouri: „Mit Jürgen Klinsmann ist in der vergangenen Woche bekanntlich auch ein neues Funktionsteam in Berlin gelandet, das Hertha vor dem sportlichen Niedergang bewahren soll. Nouri kommt dabei jene Rolle zu, die einst der heutige Bundestrainer Joachim Löw unter Klinsmann ausgefüllt hat: Er ist der verlängerte Arm des neuen Cheftrainers und sein wichtigster Assistent.“

Christian Eichler (FAZ) befasst sich mit gehandicaten Rasenhelden: „Kann man mit einem Auge bei den Bayern gewinnen? Antwort: ja. Lukas Hradecky gab sie am Samstag beim 2:1-Sieg seines Teams in München, als er während der ersten Halbzeit wegen einer in den Augenwinkel verrutschten Kontaktlinse rund zwanzig Minuten lang nur einseitig sehen konnte. Mit insgesamt zwölf gehaltenen Bällen gelang ihm die herausragende Torwartleistung der bisherigen Saison.“

Oliver Müller (Welt) outet sich als Harit-Fan: „Niemand ist derzeit erfolgreicher bei Dribblings, kaum jemand zielstrebiger in Eins-gegen-eins-Duellen. Harit zieht die Gegenspieler auf sich, schafft Räume für die Mitspieler. Sein Spiel wirkt inspiriert und leicht – und wenn er seine überraschenden Richtungswechsel auf dem Spielfeld vollzieht, kann kaum ein Verteidiger folgen. Nicht von ungefähr ist Harit der Spieler, der in der Liga am häufigsten gefoult wird.“


 
 


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