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presseschau
Meistertrainer auf Abruf?   
Der Meistertitel des FC Bayern beruhigt die Trainerdiskussion nur ein bisschen. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de. 

 


Niko KovacTrainer des FC Bayern: Niko Kovac. Foto Pixathlon

 

Trotz der siebten Deutschen Meisterschaft nacheinander stärkt der FC Bayern München seinem Trainer keineswegs den Rücken. Martin Schneider (SZ) reicht Niko Kovac die Hand: „Der FC Bayern lässt seinen Trainer gerade sehr allein. Was umso schwerer wiegt, weil sie ihn ja in dem Wissen geholt haben, dass er noch nie auf diesem Niveau gearbeitet hat. Zwei ganze Saisons in Frankfurt, ein paar Spiele bei der kroatischen Nationalmannschaft – das wars. Sein erstes Europapokal-K.o.-Spiel war an der Anfield Road, mit einer Mannschaft, die erst im kommenden Jahr mit teuren Neuzugängen verstärkt wird. Das ist der maximale Schwierigkeitsgrad.“

Oliver Fritsch (Zeit Online) hat Mitleid: „Es war die Saison, als die Vereinsspitze den neuen Trainer Niko Kovac stets im Ungewissen ließ, was sie von ihm hält, wenn sie ihn nicht gleich gar in Frage stellte. Kovac ist Meister, gewinnt vielleicht noch den Pokal und wirkt dennoch, als wäre er am Ende. In dem Müncher Machtspiel kann er einem Leid tun.“

Die Bayern-Bosse sollten sich schämen

Peter Müller (waz.de) findet klare Worte: „In seiner ersten Saison hat man ihm den unerfahrenen und bisweilen überfordert wirkenden Sportdirektor Hasan Salihamidzic zur Seite und eine überalterte, nicht verstärkte Mannschaft zur Verfügung gestellt. Er liefert den Titel – und wird doch öffentlich demontiert. Die Bayern-Bosse sollten sich schämen.“

Florian Weiß (focus.de) ist schockiert: „Der Mensch Niko Kovac ist auf der Strecke geblieben – aufgerieben von der Uneinigkeit seiner Bosse, getrieben von der Erwartungshaltung des FCB-Umfeldes und malträtiert durch die intensive mediale Zerpflückung seiner Arbeit. Das Drama um den 47-Jährigen erscheint wie ein mahnendes Beispiel für die Hochleistungsgesellschaft Profifußball, die kaum noch Platz für Empathie und Menschlichkeit lässt.“

Nur noch das Triple ist gut genug

Matthias Becker (sport1.de) holt die Bayern-Bosse zurück auf den Boden: „Seit dem Traum-Jahr 2013 gibt es diese verzerrte Erwartungshaltung rund um den FC Bayern, dass nur noch das Triple gut genug ist. Eine Leistung, die der Klub in seiner fast 120-jährigen Geschichte ein einziges Mal vollbracht hat, wird zum neuen Standard erhoben. Daran muss sich ein Trainer die Zähne ausbeißen.“

Alexander Holecek (ksta.de) kommt mit einem dicken Fragezeichen um die Ecke: „Kovac musste wissen, dass er in München an Titeln gemessen wird und der gesamte Verein vom Triumph in der Champions League träumt. Dass dieser Traum Anfang März beendet war, ist zu großen Teilen seiner zurückhaltenden Taktik zuzuschreiben, mit der man beim FC Bayern noch nie Titel holte. Aber kein Trainer hat an der Säbener Straße in seiner ersten Saison die Champions League gewonnen. Und wenn der große FC Bayern Kovac für prinzipiell zu klein hält, stellt sich die Frage, warum er ihn überhaupt geholt hat.“

 
 


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