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Spannung war gestern       
Im Spitzenspiel können blasse Dortmunder den FC Bayern nicht gefährden. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de

 


Lucien Favre
 Das erste Geisterspiel: Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln. Foto Pixathlon

 

ImIm Spitzenspiel der Liga zieht der BVB daheim gegen den Rekordmeister aus München den Kürzeren. Stefan Nestler (dw.com) fasst zusammen: „Beide Mannschaften spielten auf hohem technischem Niveau, aber die Münchener einen Tick genauer. Bei den Dortmundern kamen viele der Pässe ins Sturmzentrum nicht an, sodass sich Supertalent Erling Haaland im Strafraum gegen Bayerns Abwehrroutinier Jerome Boateng aufrieb. Der einzige Treffer des Abends resultierte aus einem Geniestreich. Nationalspieler Joshua Kimmich nutzte mit einem gefühlvollen Lupfer gnadenlos aus, dass BVB-Torwart Roman Bürki etwas zu weit vor seinem Kasten stand. Klasse gemacht. Und diese individuelle Klasse machte den Unterschied.“

Leonard Brandbeck (Tagesspiegel) ist ernüchtert: „Die Geisterspiele wirken auf viele immer noch fremd, kalt und bisweilen gar irrelevant. Da hätte zumindest ein dramatisches Titelduell noch einmal ein bisschen Pfeffer in die Sache gebracht. Aber nicht mal das wird es nun wohl noch geben. Der Rest dieser Saison dürfte jetzt für die meisten Fans noch langweiliger werden, als sie es ohnehin schon war.“

Die Bayern sind einfach zu gut

Nils Kaben (zdf.de) schließt sich an: „Ein packendes Meisterschaftsduell zwischen Borussia Dortmund und Bayern München, den beiden besten deutschen Klubs – was wäre das für eine Werbung gewesen für die gute alte Bundesliga. Daraus wird leider nun nichts, weil die Bayern einfach zu gut sind.“

Patrick Strasser (AZ) adelt Joshua Kimmich: „Der 25-Jährige bestach in Dortmund als umtriebiger, aggressiver Sechser, „als Spielmacher nach vorne und nach hinten“ wie Trainer Hansi Flick seine Rolle bezeichnete. Der einstige Rechtsverteidiger füllt seine Lieblingsposition im Zentrum mit Leben, im Maschinenraum des Aufbauspiels hat er das Sagen. Wer das Sagen hat, bekommt den Ball. Wer den Ball hat, hat die Macht.“

Claudio Catuogno (SZ) vergleicht die Kontoauszüge der beiden Liga-Topteams: „750 Millionen Euro Umsatz haben die Münchner im vergangenen Geschäftsjahr verbucht, die Dortmunder etwa 500 Millionen. Schon möglich, dass Favres Zaudern die Meisterschaft mitentschied. Den Ausschlag geben aber 250 Millionen Euro Unterschied. Geld, das die Münchner übrigens niemandem gestohlen haben, sondern das sie am globalen Markt mit ihrer Dominanz verdienen – und das diese Dominanz wiederum festigt bis wohl in alle Ewigkeit. Die Bayern sind der einzige deutsche Klub, den kein Spieler als „Durchgangsstation“ braucht, kein Lewandowski, kein Kimmich, das Team muss immer nur schlau ergänzt werden. Die Dortmunder hingegen müssen auch jetzt wieder hoffen, dass Könner wie Haaland oder Sancho wenigstens noch ein Jahr bleiben, ehe sie weiterziehen – und der nächste Neuaufbau nötig wird.“

Schon kurz nach Spielende spekuliert so manch Experte über mögliche Favre-Nachfolger. Oliver Fritsch (Zeit Online) weiß warum: „Favre steht nun auch deswegen wohl vor dem Aus in Dortmund, weil er mit der Aufstellung irritierte. Emre Can und Axel Witsel wurden erst in der zweiten Hälfte eingewechselt. Tomas Delaney und Mahmoud Dahoud, denen beide lange keine große Rolle zukam, bildeten das Zentrum. Und Julian Brandt und Jadon Sancho, neben Haaland die zwei besten Offensiven in dieser Saison, kombinierten im wichtigsten Spiel der Saison wie zuletzt nicht gemeinsam, sondern jeder nur eine Halbzeit.“

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