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NTERVIEW TEIL 2
„Wow, was für ein Name“


RUND: Hat Thomas N’Kono also Ihr Leben verändert?
Gianluigi Buffon: Seit der WM 1990 hatte ich begonnen, ihn sympathisch zu finden. Das war die erste WM, die ich mit Interesse verfolgte. Ich war zwölf Jahre alt, mich packte die Freude am Spiel und die Komplexität zum ersten Mal völlig. Kamerun wurde zu meiner zweiten Lieblingsmannschaft. Schon ihr Name „Unzähmbare Löwen“ – wow, das hat mir als kleinem Jungen, der ich war, sofort gefallen. Ich war restlos begeistert. Kamerun spielte das Eröffnungsspiel gegen Argentinien. Ich saß alleine auf dem Sofa an einem Nachmittag im Sommer. Alle waren am Meer. Ich war zuhause geblieben, um zu sehen wie diese berühmten Lions den Titelverteidiger Argentinien mit Maradona ärgern würden.

RUND: Sie haben die Argentinier mehr als geärgert.
Gianluigi Buffon: Am Ende stand es 1:0 für Kamerun, mit neun gegen elf Mann. Die Freude darüber war größer als wenn Italien gewonnen hätte. Ein unglaubliches Gefühl. Ich erinnere mich an den Torwart, der den Ball 40, 50 Meter abschlug. Er trug lange Hosen und eine Mütze trug, obwohl es 40 Grad im Stadion waren. Das machte ihm zu einem sehr folkloristischen Typen, der es schaffte, auf höchstem Niveau zu spielen und sich dennoch eine Spur von Leichtigkeit in seiner Art zu sein und zu reagieren zu bewahren.

RUND: Sie waren später sogar bei einem Jubiläum N’Konos in Kamerun.
Gianluigi Buffon: Eine schöne Erfahrung. Ich war noch nie in einem Stadion in Schwarzafrika. Ich war der einzige Weiße. Wenn du in ein Stadion kommt, wo alle schwarz sind, ist das ein unglaubliches Gefühl. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Vom visuellen her, war alles, was mich umgab anders als alles, was ich jemals gesehen hatte. Und ich erinnere mich an die Zuneigung, die mir jeder entgegenbrachte. Kamerun war ein sehr armes Land, aber das Stadion war rappelvoll. Als wir vom Spiel mit dem Bus zurückfuhren, hatte sich ein junger Fan am Bus festgehalten, um bei uns zu bleiben. Er fuhr so einige Kilometer mit, ich weiß nicht, wie er sich festgehalten hat. Wir hörten seine Schritte auf dem Dach, manchmal sah man seinen Kopf durchs Fenster. Es war absolut faszinierend.

Klicken Sie hier, um die Fortsetzung des Interviews mit Gianluigi Buffon zu lesen.



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