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MEISTERFEIERN
Mama Calypso im Doppeldecker
Der FC Bayern hat die Meisterschale, die Feierlichkeiten funktionieren wie eine gut geölte Maschine. Früher wurden bei solchen Gelegenheiten Pokale verbogen und Spielerfrauen von Funktionären brüskiert: RUND hat einige der skurrilsten Begebenheiten ausgewählt.

Meisterfeier des FC Bayern München
Erstmals gemeinsam mit dem Frauenteam: Meisterfeier des FC Bayern München auf dem Marienplatz
Foto Pixathlon




DEUTSCHE MEISTERSCHAFT

Mama Calypso im Doppeldecker

Hamburger SV
22. Mai 1982. In der Freien und Hansestadt Hamburg fühlen sie sich den Engländern sehr nah. Zur Feier des Meistertitels hat eine Brauerei dem HSV daher einen schönen roten Doppeldeckerbus von der Insel zur Verfügung gestellt, was sehr praktisch ist: Auf dem großzügigen Oberdeck können die Fans an der Strecke die Spieler mit der Schale gut sehen. Die Stimmung ist prächtig – bis es vor dem Volksparkstadion auf einen kleinen Anstieg geht. Der offenbar nur für die flachen Straßen Londons gebaute Bus schafft den Hügel nicht, Ordner und Polizeibeamte müssen schieben. Auf dem Hamburger Rathausmarkt kommen die Helden mit einiger Verspätung an, um gemeinsam mit Jimmy Hartwig dessen Disco-Song „Mama Calypso“ zu schmettern.



Ausriss Hamburger Abendblatt
Und jetzt alle raus zum Anschieben: Ein Ausriss aus dem
"Hamburger Abendblatt" zeigt die legendäre Panne mit dem Doppeldecker (links unten).



FC Bayern
17. Mai 2008. Karl-Heinz Rummenigge nutzt die Stunde des Triumphes für eine Generalabrechnung mit Oberbürgermeister Christian Ude. Auf dem Empfang im Rathaus beklagt sich der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern AG, dass es Oberbürgermeister nicht nötig habe, seinen Urlaub auf Mykonos für die Feierlichkeiten zu unterbrechen. Rummenigge: „Vermissen werden ihn unsere Fans nicht.“ Bei den 30.000 Anhängern auf dem Marienplatz kommt Feierstimmung auf – im Rathaus hat Rummenigge mit seiner Wutrede den Gastgebern, die dem Klub einen silbernen Pokal als Geschenk überreicht haben, die Laune verdorben. Ob der Klub nach diesem Affront wieder auf den Balkon darf ist offen – der Ältestenrat der bayerischen Hauptstadt muss entscheiden.

Aber auch die Fans bekommen den Unmut der Obrigkeit zu spüren: Als die feiernden Stars des FCB im Autokorso nahen, hocken sich Anhänger des Meisters einfach auf die Straße, um unter lautem Rufen wieder aufzuspringen – eine Stimmungseinlage, die in Fankreisen „Humba“ genannt wird. Die Polizei versteht keinen Spaß und räumte die Kreuzung. Die Beamten haben eine Sitzblockade gesehen. Und die ist bei einer Meisterfeier ja nun wirklich nicht erlaubt.


Klicken Sie hier, um zu lesen, wie ein Festbankett der Weltmeister sich zum Skandal ausweitete.





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