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THEMENWOCHE
Und dann kam Sarah
Von Italia Walter über Gaby Schuster bis Sarah Brandner: RUND stellt die wichtigsten Spielerfrauen vor. Von Christine Eisenbeis.

Angela Häßler, Bianca Illgner, Martina Effenberg
Sie folgten dem Beispiel von Gaby Schuster und fungierten als Beraterinnen ihrer Ehemänner: Angela Häßler, Bianca Illgner und Martina Effenberg gelten „Prototyp“ der Spielerfrau. Durch sie kam das Thema in den Medien erst richtig auf. „Besonders in der Männerdomäne Fußball wurden Frauen immer noch schief angesehen. Doch Gaby Schuster und auch Angela Häßler hatten vorher schon bewiesen, dass sie es auch mit den härtesten Verhandlungspartnern aufnehmen und ihre Ehemänner erstklassig vertreten konnten“, schreibt Stefan Effenberg in seiner Biographie „Ich hab’s allen gezeigt“. Angela Häßler galt als „treibende Kraft“ hinter dem eher stillen Thomas. Die beiden lernten sich in einer Kölner Discothek kennen. Zehn Jahre lang kümmerte sich die gelernte Kosmetikerin Angela Häßler um die Geschäfte ihres Mannes. Im Jahr 2000 wurde bekannt, dass sie eine Affäre mit dem Manager des TSV 1860 München, Edgar Geenen habe. Ein gefundenes Fressen für die Presse, die Angela Häßler sowieso nie besonders positiv gesinnt war. „Die Führungscrew des 1. FC Köln lässt sich von einer jungen Kosmetikerin die Preise diktieren“, schrieb der Spiegel am 13. Februar 1989. 1994 während der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA sorgte sie zusammen mit Bianca Illgner und Martina Effenberg für Gesprächsstoff weil die drei sich öffentlich mit Bundestrainer Berti Vogts anlegten. Angeblich soll sie bei den Verhandlungen mit Juventus Turin 1990 ein eigenes Kosmetikstudio gefordert haben. Ihre öffentlichen Attacken gegen andere sind legendär. So nannte sie Lothar Matthäus eine „Pflaume“ und 1999, als Dortmunds Trainer Michael Skibbe sich weigerte, Häßler ablösefrei zu 1860 München wechseln zu lassen, sagte sie: „Was der liebe Herr Skibbe plant, interessiert uns einen Scheißdreck.“

Während Frau Häßler das öffentliche Interesse an ihrer Person irgendwann auf den Geist ging (nach der Trennung von Thomas nahm sich absichtlich wieder ihren Mädchennamen an) kann Bianca Illgner an Aufmerksamkeit scheinbar nicht genug bekommen. Auf ihrer Homepage bezeichnet sie sich und ihren Mann als die „deutschen Vorläufer der Beckhams“. Eine gewagte Einschätzung, denn sogar eine Bianca Illgner kann ihren Marktwert wohl kaum mit dem von Victoria Beckham vergleichen. Zusammen mit ihrem Mann Bodo schrieb sie das Buch „Alles“. Auf der Internetseite der beiden heißt es treffend: „Bodo und Bianca Illgner haben alles erreicht und alles erlebt.


Auf sich aufmerksam gemacht hatte sie vor allem, als sie den überraschenden Wechsel ihres Mannes vom 1. FC Köln zu Real Madrid einfädelte. 1999 gelang es ihr bei der Vertragsverlängerung das Gehalt zu verdoppeln. Der Spiegel kommentierte einmal: „Er hält Fußbälle, sie hält die Hand auf.“ Schon immer war sie für ihre auffälligen, extravaganten Outfits bekannt. Udo Lattek schrieb über sie in der Welt am Sonntag: „ Sie provozierte stets mit aufreizender Kleidung, drängte sich als einzige Frau in Mannschaftsveranstaltungen und brüskierte Vereinsführung wie Kollegen bei Real Madrid. Das machte nicht nur ihr viele Feinde, sondern auch Ehemann Bodo.

Martina Effenberg galt als Meisterin im Feilschen. In seinem Buch schreibt Stefan Effenberg über seine Frau als Managerin: „Martina wurde auch schnell akzeptiert und respektiert. Jeder mochte und schätzte sie und ihre ehrliche, gradlinige Art. Für Uli Hoeneß zum Beispiel, war sie eine seiner liebsten Verhandlungspartner, die er jemals hatte, wie er mir später selbst erzählt hat.“

Die Effenbergs waren 13 Jahre lang verheiratet. Zusammen haben sie drei Kinder, die beiden eigenen und Martina Effenbergs Tochter aus erster Ehe, die Stefan Effenberg gleich nach der Hochzeit adoptierte. 2002 kriselte die Ehe. Martina Effenberg siedelte mit den Kindern nach Florida über. Das hatte auch Stefan Effenberg geplant doch er wollte zuerst noch ein Jahr Fußball spielen. Dann begann er eine Liaison mit Claudia Strunz.


Lolita Morena

Lolita Morena ist auch eine Art Vorreiterin. Nicht als Managerin oder Spielerberaterin, sondern als Pin-up-Girl. Eine neuerdings und vor allem im Ausland beliebte Neben- oder auch Hauptbeschäftigung von Spielerfrauen.

Lolita Morena wuchs in der Schweiz auf und arbeitete dort als Model, Schauspielerin und Moderatorin nachdem sie im Jahr 1982 zur Miss Schweiz gekürt wurde. So moderierte sie 1989 den "Eurovision Song Contest“ und führte durch große Galas, wie z. B. die „Goldene Rose von Montreux“. Bekannt wurde sie in Deutschland 1992 mit ihrer Beziehung zu Matthäus. Sie zog viel Presse an und war dafür bekannt, bereitwillig die Türen zu Hause für Exklusivstorys zu öffnen. Auch der bereits 1992 geborene Sohn Loris wurde oft für die Presse abgelichtet. 1994 heiratete das Paar. Böse Zungen behaupten, Matthäus habe sich von der Ehe mit der Schweizer Schönheitskönigin mehr Glamour versprochen. Doch Lolita sorgte eher für Spott in der Fußballwelt. Für ihre TV-Show „Babys Bester“ erntete sie miese Kritiken. Die Ehe mit Matthäus wurde 1999 geschieden.

Lolita Morena tauchte seit der Trennung in den deutschen Medien kaum auf; seit einigen Jahren moderiert sie beim Westschweizer Fernsehen in der französischsprachigen Schweiz und spielt in der französischsprachigen Schweiz eine Hauptrolle in der Sitcom „Les pique-meurons“. Als TV-Präsentatorin setzt sie sich für den Verzicht auf Pelz als Modeaccessoires ein und unterstützt den Schweizer Tierschutz.

Teil 3



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