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Gegenspieler Gesetz
Breno, der im offenen Strafvollzug tagsüber beim FC Bayern arbeitete, steht unter Fußballern nicht allein. Die spektakulärsten Fälle. Von René Martens.

Stig Töfting

Drei Monate Haft nach einer Kopfnuss: Stig Töfting Foto Pixathlon



Maurizio Gaudino

Die Umstände seiner Verhaftung waren spektakulär: Die Polizei schnappte ihn sich nach einer Late-Night-Show, bei der er zu Gast war. Es ging um Versicherungsbetrug mit Autos, der Gesamtschaden betrug 195.000 Mark. Wegen des Wirbels kickte Gaudino zeitweilig in Mexiko. 1996 bekam er zwei Jahre auf Bewährung aufgebrummt.


Jürgen Sobieray
Einst war er Bundesligaskandalsünder. Zwischen 1972 und 1973 war der Schalker deshalb gesperrt. 2001 verurteilte ihn das Landgericht Dortmund zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Anlagebetrug. Schaden: 2,2 Millionen Mark. Das Gericht in der Urteilsbegründung: Sobieray habe „die Anleger um ihre Lebensersparnisse gebracht“.


Pavel Macak
Zigarettenschmuggel, Waschpulverdiebstahl, Betrug – der ehemalige Bundesliga-Ersatztorwart des FC Schalke erwies sich nach seiner Profikarriere als vielseitig einsetzbar. 15 Vorstrafen hatte Macak bereits angesammelt, ehe ihn 2005 das Landgericht Amberg für ein halbes Jahr hinter Gitter schickte.


Urs Güntensperger
1997/98 war er einer der Helden beim Frankfurter Bundesligaaufstieg. Während der folgenden Saisonvorbereitung saß der Stürmer jedoch in der Schweiz wegen eines Verkehrsdelikts in Haft. Währenddessen erreichte ihn die Kündigung der undankbaren Eintracht. „Meine Frau brachte mir den Blauen Brief“, klagte er in einem Boulevardblatt.


Kees Bregman
Der Weg krimineller Kicker führt oft zum Kokainhandel. Bregman, zeitweilig selbst Kokskonsument, tappte 1989 auf einem Friedhof in eine Falle von Drogenfahndern. Beim MSV Duisburg hatte er seine beste Zeit erlebt, als Geschäftsmann glänzte er danach aber nicht: Sein Fitnessstudio ging pleite. Heute Friseur in Amsterdam.


Shmuel Rosenthal
Besonders hart traf es einen ehemaligen Teamkameraden von Günter Netzer und Alan Simonsen: Der Abwehrspieler Rosenthal, 1970 in Mexiko bei Israels einzigem WM-Aufritt dabei und 1972/73 bei Mönchengladbach unter Vertrag, wurde 1997 in Tel Aviv zu 13 Jahren Haft verurteilt. Der Kicker hatte einer Kokainschmugglerbande angehört.


Nihat Trabelsi
Der tunesische Olympiateilnehmer fasste weder 1989 bei Fortuna Düsseldorf noch in der Provinz nie richtig Fuß. Probleme auch jenseits des Rasens: Drogendelikte, gescheiterte Ehe. 2002 gab Trabelsi zu, im Auftrag von al-Quaida einen Anschlag auf einen US-Luftwaffenstützpunkt geplant zu haben. Über Osama Bin Laden sagt er: „Ich liebe ihn wie meinen Vater.“


Werner Lihsa
Anfang der 70er-Jahre war er einer der besten Torhüter der DDR. 2004 erwürgte der einmalige Nationalspieler, zuletzt als Platzwart tätig, im Alkoholrausch seine Frau, nachdem sie sich von ihm getrennt hatte. Das Urteil: sieben Jahre. In einem Internetforum hieß es, vor Gericht habe Lihsa den Eindruck erweckt, als sei er „selber schon tot“.


Stig Töfting
Drei Monate Haft im offenen Vollzug wegen Körperverletzung bekam der bullige Hells-Angels-Anhänger, nachdem er 2002 einem Restaurantbesitzer eine Kopfnuss verpasst hatte. Dort hatte sich der dänische WM-Kader zum Essen versammelt. Später, bei Aarhus GF, argumentierte er mit einem Mitspieler erneut nonverbal. Die Folge: Rausschmiss.


Steffen Karl
„Eisen-Karl" wurde unklugerweise während der Bewährungsfrist wieder straffällig: Nachdem ihn 2003 das Amtsgericht Amberg wegen mehrmaliger Trunkenheit am Steuer auf Bewährung verurteilt hatte, mischte er 2004 im Hoyzer-Skandal mit. Wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug bekam Karl neun Monate. Bewährungsfrist: vier Jahre.


Tomasz Hajto
Was das Hervorbringen kriminell talentierter Spieler betrifft, ist Schalke spitze. Zur königsblauen Gaunergalerie gehört der polnische Nationalspieler, der 2002 einem Nachbarn 110 Stangen geschmuggelter Zigaretten abgekauft hatte – obwohl Nikotin doch gar nicht das beste Doping sein soll. Die „Dummheit“ (Hajto) kostete ihn 43.500 Euro.


Willi Kraus
Zwischen 1966 und 1968 schoss er für den FC Schalke 16 Bundesligatore, 1968 und 1969 erbeutete er 66.000 Mark bei Überfällen auf einen Supermarkt und eine Bank. Auch einen Gefängnisausbruch hat der “wilde Willi“ („Bild“) hinter sich und handelte darüber hinaus mit Kokain. Trat nach insgesamt 15 Jahren Knast 1996 eine Stelle als Elektriker an.


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