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BUNDESLIGA
Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga spitzt sich zu
Der FC Schalke steht als Absteiger fest – aber noch sechs weitere Clubs müssen um den Verbleib in der Liga bangen. Wen könnte es noch erwischen?

 

Fin BartelsDen Erstliga-Aufstieg als Ziel: Fin Bartels von Holstein Kiel. Foto Imago

Auch in dieser durch Corona zur Geister-Saison mutierten Spielzeit 2020/2021 beginnt drei Tage vor Saisonende wieder das große Zittern für sechs Bundesligisten, die Saison ist auf ihrer Zielgeraden und der Kampf gegen den Abstieg nimmt an Fahrt auf. Während der ruhmreiche Revierklub Schalke 04, der eine vollkommen verkorkste Saison mit gleich drei Trainerwechseln ablieferte auf gerade einmal 13 Punkte aus 30 absolvierten Spielen kommt bereits als Tabellenletzter und Absteiger in die zweite Liga feststeht, müssen noch ganze sechs weitere Clubs um den Verbleib in der ersten Bundesliga bangen. Ein Zusammenfassung und mögliche Szenarien, zunächst einmal der Überblick:

Den vorletzten Tabellenplatz belegt der 1. FC Köln mit 29 Zählern, der Traditionsverein aus der Domstadt konnte allerdings nach der Verpflichtung von "Feuerwehrmann" Friedhelm Funkel zuletzt zwei Siege verbuchen, ist also in einer aufsteigenden Form. Die Tabellenränge 16,15 und 14 werden von drei Clubs mit jeweils 30 Punkten belegt: Arminia Bielefeld, Werder Bremen und Hertha BSC. Die Hauptstädter haben derzeit die besten Aussichten, da sie bedingt durch eine kürzlich zu absolvierende 14-tägige Corona-Quarantäne ein Spiel weniger aufweisen, also noch die Möglichkeit haben, in vier Spielen Punkte zu holen.

Die Arminia aus Bielefeld konnte zwar den Tabellenletzten Schalke 04 kürzlich mit 1:0 besiegen, ging aber mit 0:5 in Mönchengladbach regelrecht unter. Arg bedrohlich scheint die Situation auch für Werder Bremen zu sein, die Hansestädter verloren die letzten sieben Bundesligaspiele in Folge, ein negativer Vereinsrekord für den Traditionsverein von der Weser. Diese Pleitenserie kommt zur Unzeit für die Bremer und die Sorgenfalten sind hier recht groß. Der FC Augsburg mit 33 Zählern auf Rang 13, der FSV Mainz auf Tabellenplatz 12 mit 35 sowie die TSG Hoffenheim (Platz 11 mit 36 Punkten) haben zwar ein besseres Polster, allerdings können auch diese drei Vereine noch nicht ganz sorgenfrei auftreten, um die Klasse als gesichert zu betrachten.

Bei der Vorschau auf das Restprogramm der sechs Vereine sind hierbei besonders die direkten Begegnungen interessant:

Am kommenden Spieltag treffen beispielsweise Hertha BSC und Arminia Bielefeld direkt aufeinander, am vorletzten Spieltag reisen die Herthaner zum 1. FC Köln und am letzten Spieltag sind die Hauptstädter wiederum bei der TSG Hoffenheim zu Gast. Bedingt durch das zusätzliche Nachholspiel der Hertha gegen Schalke 04 haben die Berliner ihr Schicksal also selbst in der Hand, denn alle noch ausstehenden Gegner sind ebenfalls im Tabellenkeller wiederzufinden.

Das Restprogramm für die Kölner: Freiburg, Hertha und Schalke 04. Auch die Kölner spielen den Rest der Saison meist gegen Tabellennachbarn und können hier die Verhältnisse persönlich in Angriff nehmen. Die Arminia aus Bielefeld (Hertha, Hoffenheim und Stuttgart) hat ein ähnliches Restprogramm.

Werder Bremen hingegen trifft in den letzten drei Partien auf schwerere Gegner: Bayer Leverkusen, den FC Augsburg und Borussia Mönchengladbach. Die Bremer haben einen steinigen Weg vor sich, zumal sie in den letzten sieben Spielen ohne jeglichen Punkt blieben. Der SV Werder hat die eigentlich schlechteste Ausgangssituation drei Spieltage vor Schluss, bleibt abzuwarten, ob Florian Kohfeldt, der den Verein zum Saisonende definitiv verlassen wird den Gang in die zweite Liga wird verhindern können. Die Bremer hatten es bereits in der vergangenen Saison mit der Relegation zu tun, trafen hier auf den FC Heidenheim und konnten auch die beiden Relegationsspiele nicht gewinnen. Zu Hause gab es ein 0:0 und in Heidenheim trennte man sich 2:2. Werder blieb lediglich aufgrund der Auswärtstorregel in der ersten Liga.

Der FC Augsburg (Stuttgart, Bremen und FC Bayern) kann gegen die Werderaner alles klar machen und auch vor dem letzten Spieltag sollte man keine allzu große Angst mehr haben. Der FC Bayern wird dann mit ziemlicher Sicherheit bereits als Deutscher Meister feststehen und das letzte Heimspiel erscheint hier eher als eine zu absolvierende Pflichtaufgabe, denn als ein wirklich mit aller Kraft zu gewinnendes Spiel zu werden. Die Wettanbieter in Deutschland sehen Abstieg der Augsburger allerdings als eher Unwahrscheinlich. Viele neue Wettanbieter – aber auch etablierte Anbieter – geben den Augsburgern eine Quote von 7.00 bis 8.00. Somit wird der Abstieg der Franken eher als unwahrscheinlich eingestuft.

Auch die Mainzer mit ihrem dänischen Trainer Bo Svensson haben zwar mit Frankfurt, Dortmund und Wolfsburg ein deutlich schwereres Restprogramm als die Konkurrenten, aber der Klub aus Rheinland-Pfalz konnte zuletzt auch gerade gegen die großen Vereine immer wieder mit Überraschungen aufwarten und verzeichnete einen deutlichen Anstieg der Formkurve. Unvergessen bleibt der 2:1 Sieg gegen den FC Bayern München am 31. Spieltag.

Der TSG aus Hoffenheim (Schalke, Bielefeld und Hertha) reicht im Grunde genommen ein weiterer Sieg aus den verbleibenden drei Spielen um die Klasse endgültig abzusichern.

Am Ende werden es neben dem FC Schalke 04 zwei weitere Vereine sein, die es treffen wird. Rang 17 steigt direkt in die zweite Liga ab, während der Tabellensechzehnte in der Relegation in zwei Spielen gegen den Drittplatzierten der zweiten Bundesliga antreten muss. Stand heute könnten das Holstein Kiel, der HSV oder die Fortuna aus Düsseldorf sein. Es bleibt spannend! Der Abstiegskrimi geht in die entscheidende Phase. Wir bleiben dran.

 

 



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