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KOLUMNE
Tibet, Yoga und der FC Bayern
Er hat schon in der Münchner Bayern3-Charity Mannschaft
bei einigen Wohltätigkeitsspielen mitgespielt. Schauspieler Ralf Bauer ist ein großer Fußballfan. Von Samira Samii.

 

Samira Samii und Ralf Bauer

Samira Samii und Ralf Bauer

 

Ich kenne Ralf Bauer seit vielen Jahren und bin gut mit ihm befreundet. Wir haben beide dasselbe Hobby: Yoga, das Ralf Bauer mit großer Leidenschaft betreibt. Jeder Tag beginnt bei ihm mit 20 Minuten Yoga. Dadurch strahlt er eine unglaubliche Ausgeglichenheit aus und vermittelt seinen Gesprächspartnern eine gewisse Ruhe und Balance. Er ist sehr bescheiden und auf dem Boden geblieben, was ihn extrem sympathisch macht. Der Schauspieler hat neben seinem Beruf und Yoga noch andere Leidenschaften, zwei weitere sind Tibet und der Fußball.

Eine tibetanische Freundin brachte ihn dazu, sich im Charitybereich für Tibet zu engagieren. Unter anderem hat er schon die tibetische Fußballnationalmannschaft unterstützt und große Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Der große Unterschied zwischen Tibet und Deutschland liegt darin, dass es in Tibet jeden Tag um die pure Existenz geht. Auch im Fußball gab es bereits mehrere Projekte. Sogar für die Bayern3-Charity Mannschaft durfte der, nach eigenen Angaben, „kleine Schauspieler“ schon bei Charity-Spielen auflaufen. Unter anderem ist Ralf Bauer auch Botschafter für UNICEF.
 
Der Schauspieler spielt sehr gerne Fußball. Zwar war es früher mehr, aber auch heute schnürt er noch gerne seine Stollenschuhe. Die Bundesliga verfolgt er regelmäßig und fiebert wöchentlich dem neuen Spieltag entgegen. Während einer Europameisterschaft buchte er schon mal einen Flug um, damit er das Halbfinale zu Hause in Deutschland anschauen konnte. Gerne sieht er große Spiele der Nationalmannschaft beim Public Viewing, wenn diese nicht zu groß sind.

Die Ähnlichkeit zwischen Fußballern und Schauspielern spiegelt sich vor allem im Umgang mit Medien wider und auch die Aufregung vor großem Publikum zu spielen verbindet die beiden Berufe. Natürlich spricht er mit Medien anders als mit Freunden, aber ein Pokerface, wie es sich einige Trainer und Manager angeeignet haben, hat er sich nicht für die Medien zugelegt. Die Unterschiede liegen im Beruf begründet. Während der Schauspieler ein Stück nach der Premiere vielleicht 50 Mal spielt, fängt für den Fußballer jedes Spiel bei null an. Auch hängt beim Fußball viel vom Gegner ab, den es in der Schauspielerei nicht gibt.
 
Der mediale Druck ist immer vorhanden und jeder liest mit Sicherheit lieber Positives als Negatives, aber Ralf Bauer denkt auch dass der Druck auf Fußballer viel größer ist. Jede Woche müssen Fußballprofis Tausende von Menschen in den Stadien und Millionen vor dem Fernseher befriedigen. Da ist die Lage für Schauspieler schon etwas entspannter.
 
Sein Vater sagte ihm einmal: „Sei zu Jedem freundlich auf deinem Weg nach oben, denn du weißt nicht ob du ihn vielleicht auf dem Weg nach unten wieder begegnest!“ Diesen Spruch nahm er sich immer zu Herzen und wahrscheinlich ist dies der Schlüssel für Ralf Bauer im Umgang mit den Medien und seinen Mitmenschen. In der Schauspielerei gibt es das Drehbuch als Basis und ein Regisseur kann daraus mehr oder weniger machen. Im Fußball hingegen spielt man gegen einen Gegner und es kommt auf den Teamgeist und den Willen an. Aber in einem Ensemble mit schlechtem Regisseur ist man genauso aufgeschmissen wie als Trainer in einem Verein mit schlechtem Management oder Präsidium.
 
Einen Auswechselspieler auf der Bank kann man ebenfalls nicht mit einem Schauspieler ohne Engagement vergleichen, denn ein Fußballprofi auf der Bank verdient immer noch sehr gutes Geld und ein Schauspieler ohne Engagement verdient gar nichts mehr. Natürlich hat Ralf Bauer auch einen Lieblingsverein und das ist, obwohl er mehr als 17 Jahre in Hamburg gelebt hat nicht der HSV. Seine Kindheitsidole waren Sepp Maier und Franz Beckenbauer und so ist er heute noch, und das von frühesten Kindheitstagen an, Bayern-Fan.

Eine Frau als Spielerberaterin könne er sich gut vorstellen! Dennoch hält er nichts von einer Frauenquote. Man sollte keinen Job bekommen weil man eine Frau oder ein Mann ist. Es kommt einzig und allein auf die Qualität an, die entscheidet ob ein Job gut erledigt wird und nicht das Geschlecht. "Frau Samii vertritt mich noch nicht, aber vielleicht irgend wann einmal in Zukunft!“ sagt Ralf Bauer mit einem Lächeln zum Abschied. "Wie ich Samira Samii kennen gelernt habe ist sie mit Sicherheit ein charmanter Gesprächspartner, der hart verhandelt und zäh und hartnäckig das Ziel für ihre Mandanten verfolgt!"

 
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