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CHAMPIONS LEAGUE
Neues in der Königsklasse
Dazn und Sky kooperieren – ab Sommer 2018 wandert die Champions League ins Pay TV ins Bezahlfernsehen und kann kostenpflichtig gestreamt werden.

 Jose MourinhoJosé Mourinho hat die Champions League mit dem FC Porto und Inter Mailand gewonnen, mit Manchester United gewann er im Sommer die Europa League. Foto: Pixathlon

 

Sky PLC hat via Sky Deutschland ab Sommer 2018 das Recht verliehen bekommen, die Spiele der Champions League in Deutschland zu übertragen. Dieser Deal wurde in Zusammenarbeit mit einem Anbieter für digitale Medien und Sportinhalte, der Perform Group von Milliardär Len Blavatnik, durchgeführt. Diese Kooperation bedeutet für deutsche Zuschauer das Ende von kostenlos im TV ausgestrahlten Champions League-Spielen. Von nun an müssen Fußball-Fans in Deutschland bezahlen, wenn Sie das Turnier per Satellit, Kabel, IPTV, auf Mobilgeräten oder via Internet sehen möchten.

Zu Blavatniks Perform Group gehört auch die Internetplattform DAZN, auf der die Spiele gestreamt werden. Öffentliche TV-Kanäle wie den ZDF gehen leer aus. DAZN plant, zu einer dominanten Kraft im deutschen Rundfunksektor zu werden und behauptet, das „Netflix des Sports“ zu sein. Dort werden bereits Football, Tennis und Basketball für die Zuschauer ausgestrahlt – und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, in der Schweiz und in Japan.

Sowohl DAZN als auch Sky hüllen sich in Bezug auf die Details des Deals wie beispielsweise die Kosten oder die Bedingungen in Schweigen. Dafür versprachen beide, dass sie die Informationen und finanziellen Details zu einem späteren Zeitpunkt, sprich in ein paar Monaten, zur Verfügung stellen würden. Momentan bezahlen DAZN-Kunden etwa zehn Euro pro Monat für den Sportservice. Das Sky Deutschland TV-Paket, bei dem die Champions League inklusive ist, kostet monatlich hingegen etwa 25 Euro.

Die Beziehung zwischen Sky und Perform ist strategischer Natur und wird beiden Parteien helfen, ihre Position in Europa und vor allem in der Deutschen Bundesliga – einer der wohlhabendsten Ligen der Welt – zu festigen. Die Ausstrahlungsrechte für vier Saisons der Bundesliga wurden für etwa 900 Millionen Euro pro Saison gekauft.

Gleichzeitig werden beide von exklusiven Sportinhalten und reduzierten Kosten profitieren. Zwar ist mit Fußball eine Menge Geld zu verdienen, aber mittlerweile haben auch die Clubs davon Wind bekommen. Auch sie möchten Anteil an den Gewinnen, die durch Ausstrahlungsrechte und Sponsoren-Deals entstehen. Es gibt nur einen sehr schmalen Grat zwischen der Maximierung des Einkommens durch Premium TV-Sportpakete und Sponsoren, die möglichst viel Aufmerksamkeit möchten. Es scheint so, als hätten Sky und DAZN genau diesen Kompromiss gefunden. Sie konnten sich bei dem Bieterverfahren durchsetzen, an dem auch Sender wie ZDF beteiligt waren. Gleichzeitig konnten sie den Markt und die Sponsoren zufriedenstellen, obwohl Verbraucher jetzt für eine ursprünglich kostenlose Ausstrahlung bezahlen müssen. Allerdings hat Sky auch einen kostenlosen deutschen Kanal, der wohl auch einen Teil der Champions League ausstrahlen wird.

Es mag Leute geben, die glauben, dass die Menge an Geld, die vor allem in den oberen Ligen der Welt des Fußballs fließt, geschmacklos und nicht tragfähig ist. Laut dem Sportwetten Anbieter Sportingbet zufolgen, hilft das Geld, das durch die Clubs der weltweit besten Ligen generiert wird, aber auch dabei, die Wettbewerbsfähigkeit der English Premier League, der Champions League, der Europa League und dem Super Cup zu stärken.

 



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