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INTERVIEW
„Vielen Dank für alles, Rudi Assauer“
Zu Beginn ihrer Karriere als Sportmanagerin gab Rudi Assauer Samira Samii wertvolle Tipps. Eine Danksagung zum Tod einer großen Persönlichkeit der Bundesliga.

 

Rund-Kolumnistin &  Sportmanagerin „Dr. Samira Samii“  Bild von 2006 bei Schalke 04Rund-Kolumnistin &  Sportmanagerin Dr. Samira Samii,  Bild von 2006 bei Schalke 04

 

Frau Samii, als erfolgreiche Sportmanagerin arbeiten Sie mit fast allen Managern und Sportdirektoren zusammen. Ein großer Manager ist an den Folgen seiner Alzheimer Erkrankung gestorben. Haben Sie Herrn Assauer persönlich kennen gelernt?
Samira Samii: Ja, heute kann ich sagen glücklicherweise durfte ich ihn kennen lernen. Es muss 2006 gewesen sein. Ich bin zu einem Termin nach Gelsenkirchen gereist und habe mich mit Rudi Assauer ausführlich über den Fußball, die Bundesliga und das Business dahinter unterhalten dürfen. Es war ein sehr einschneidendes und absolut beeindruckendes Erlebnis ganz zu Beginn meiner Karriere.

Was hat Sie besonders an ihm beeindruckt?
Samira Samii: Wie gesagt es war ganz zu Beginn meiner Karriere. Ich hatte zuvor auch schon mit vielen anderen Managern und Sportdirektoren zu tun. Und sehr viele sind große Persönlichkeiten und starke Charaktere. Es gibt in Einzelfällen aber auch einfach gestrickte, wenig ausgebildete Manager, die eine weiblichen Sportmanagerin plump anmachen und ihr keine Chance geben. Herr Assauer war eine ganz große Besonderheit. Er war fachlich äußerst kompetent, ein harter Geschäftsmann und ein noch härterer Verhandler. Er war bekannt als großer Macho und pflegte dieses Image mit seinen damaligen Werbeauftritten. Aber er war ein eleganter und angenehmer Macho mit gutem Benehmen, sehr höflich und galant. Wenn er in einen Raum kam, stand er mit seiner großen Ausstrahlung sofort im Mittelpunkt.

Wie sehen Sie das Vermächtnis von Herrn Assauer für den Fußball?
Samira Samii: Viele, gerade in meiner Generation kannten Herrn Assauer als Manager auf Schalke. Ein besonderer Mensch, der das mit seinem Auftreten, seiner Kleidung und seiner Davidoff Zigarre auch nach außen verkörperte. Unvergessen sind die Bilder aus der Saison 2000/2001 als Schalke 04 für ein paar Minuten Deutscher Meister war und dann doch noch der FC Bayern das entscheidende Tor im Fernduell schoss. Der Macho Assauer war plötzlich ganz weich und weinte wie ein Schuljunge. Ohne Herrn Assauer würde es die tolle Veltins Arena nicht geben und wahrscheinlich auch den Hauptsponsor nicht. Aber was viele nicht mehr in Erinnerung haben, dass Rudi Assauer auch ein toller Spieler war mit 307 Bundesligaspielen. Als Kapitän von Werder Bremen musste er sich oft mit dem damaligen Kapitän des FC Bayern messen, keinem geringeren als Franz Beckenbauer.  

Was hätten Sie Herrn Assauer gerne noch gesagt?
Samira Samii: Als erstes einmal vielen Dank! Vielen Dank für alles, was er für den Fußball, die Bundesliga und vor allen Dingen für den FC Schalke geleistet hat. Ich hätte mich für das persönliche Kennenlernen bedankt und für die guten Ratschläge, Tipps und für die Zeit, die er einen jungen Sportmanagerin am Anfang ihrer Karriere geschenkt hat. Es war ein Erlebnis für mich Herrn Assauer kennengelernt zu haben, das mich für meinen weiteren Weg immer wieder inspiriert und motiviert hat mehr zu leisten als viele meiner Kollegen.

Was sind Ihre letzten Worte an Rudi Assauer?
Samira Samii: Es hat mich sehr berührt, als ich vom Tod von Herrn Assauer erfahren habe. Insbesondere weil wir uns persönlich gekannt hatten. Meine aufrichtigen Beileidswünsche sende ich der Familie in dieser schweren Zeit. Schalke 04, die Bundesliga und der Fußball hat einen ganz großen, Spieler, Manager und Menschen verloren. Lebe wohl Rudi Assauer! – Spieler, Manager, Mensch und Legende! – Vielen Dank für alles!



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