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REGIONALLIGA
Berkan Algans zweite Liebe
Wenn Altona 93 gegen den FC St. Pauli spielt, ist es für den AFC-Coach eine besondere Partie. Von Folke Havekost.

 

Berkan AlganAufstiegsparty: Berkan Algan (l.) und AFC-Manager Andreas Klobedanz feierten mit den Fans auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn. Foto: mg

 

Die Generalprobe brachte nur halbe Erfolge: Während St. Paulis U23 sich von Jeddeloh 0:0 trennte, rettete Marco Schultz Altona 93 mit einem verwandelten Elfmeter kurz vor Schluss ein 2:2 beim Kellerduell in Heide. Am Sonntag (14 Uhr, Griegstraße 62) treffen sich beide Mannschaften an der Adolf-Jäger-Kampfbahn zum Regionalliga-Derby
 
„Ich habe lange Jahre bei St. Pauli verbracht, klar besteht da noch eine enge Bindung“, sagt Berkan Algan, der Trainer des Gastgebers Altona: „Das St. Pauli der Präsidenten Otto Paulick und Heinz Weisener und das der Spieler Volker Ippig und André Golke hat mein fußballerisches Wachstum begleitet.“
 
AFC-Keeper Tobias Grubbe wird wohl spielen können
 
Nun soll seine Mannschaft gegen St. Pauli wachsen. „Punkte haben wir vielleicht fünf weniger, als möglich gewesen wären“, zieht der Trainer des Tabellensechzehnten eine Zwischenbilanz nach acht Partien: „Aber die Mannschaft kann mit Rückschlägen umgehen, das Entwicklungspotenzial ist da. Wir werden nicht absteigen, da bin ich mir felsenfest sicher!“
 
Beim letzten Aufeinandertreffen war der AFC bereits abgestiegen, als St. Paulis Nachwuchs am 12. Mai 2018 mit 2:0 gewann. Gerade 124 Zuschauer sahen die Begegnung in Norderstedt. Fußballhistorisch ist das Datum eher als Tag verankert, an dem die HSV-Profis aus der Bundesliga abstiegen – wodurch Trainer Algan als Wirt den größten Besuch in seiner „Bar Vivo“ bis heute bei Zweitliga-Partien verzeichnet.
 
Der Profifußball hat am Wochenende Länderspielpause, weshalb St. Pauli-Coach Joachim Philipkowski auf einige Leihgaben aus dem Zweitliga-Kader der Braun-Weißen vertrauen kann. Sein Altona-93-Debüt könnte Ridel Monteiro feiern. Der Bruder von AFC-Akteur Eudel Monteiro wurde am Montag verpflichtet. Die letzten zwei Jahre spielte der Mittelfeldmann beim Regionalligisten Lüneburger SK.
 
Derweil ist Torwart Tobias Grubba nach turbulenten Tagen wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Am 26. August wurde Grubba im Grand Elysée Hotel als Hamburgs Fußballer des Jahres geehrt, am 27. August zog er sich beim Training Kapselverletzungen am Handgelenk und am Daumen zu und verpasste die beiden letzten Regionalligaspiele. Gegen den Tabellenvierzehnten St. Pauli wird Grubba den AFC-Kasten voraussichtlich wieder hüten können.
 
Er dürfte dabei nicht ganz so viel zu tun bekommen wie Oliver Hinz im April 2006, als St. Paulis erste Mannschaft zum Hamburger Pokal-Viertelfinale in Altona vorbeischaute. Zwei Wochen zuvor hatte der damalige Drittligist seine legendäre DFB-Pokal-Serie mit dem Halbfinal-0:3 gegen Bayern München abgeschlossen. Nun hielt der AFC mit Hinz im Tor eine Stunde lang ein 0:0 gegen den Favoriten, ehe Jens Scharping und Khvicha Shubitidze mit je zwei Treffern noch für einen 4:0-Sieg St. Paulis vor 3.950 Zuschauern sorgten. Einer der beiden Altonaer Stürmer hieß damals Berkan Algan – auch so hat St. Pauli den heutigen Trainer begleitet ...

❱❱ Statistik: Im 21. Jahrhundert trafen Altona 93 und St. Paulis U23 bisher in 16 Punktspielen aufeinander. Achtmal gewann St. Pauli, fünfmal Altona, drei Partien endeten Remis. Das Torverhältnis ist mit 22:22 ausgeglichen.


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