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DIE JULI-AUSGABE 2006
RUND – #12_07_2006

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RUND – #12_07_2006
RUND – #12_07_2006

Wir sind WM. Deutschland ist im Ausnahmezustand und RUND dokumentiert ihn. In der Juli-Ausgabe haben wir Fußballfans aus vielen Nationen gebeten, uns für eine Weile ihre Postkarten zu überlassen. Lesen Sie, was unsere Gäste schreiben. Dazu: Was sagen Ronaldinho und ein brasilianischer Prominentenzahnarzt zum Überbiss des Stars? Extra: Beigelegt finden Sie in der neuen RUND-Ausgabe Hasenzähne – um für die Brasilianer Zähne zu zeigen! Und: Wieso spielte Ronaldo im WM-Finale 1998, obwohl er kurz vor dem Spiel einen Anfall erlitt.
Das lesen Sie in der Juli-Ausgabe:

Ronaldinho: „Niemand ist so schön wie ich!“
Ronaldinho, der weltbeste Fußballer, lüftet sein vielleicht letztes Geheimnis. „Ich habe große, starke und saubere Zähne, denn ich gehe regelmäßig zum Zahnarzt“, berichtet er im RUND-Interview. Dass über seine Hasenzähne gelächelt wird, stört ihn nicht. „Warum sollte jemand über diese wunderschönen Zähne lachen? Im Gegenteil, es gibt sogar Menschen, die sie lieben.“ Allerdings äußert in RUND der brasilianische Zahnarzt Joseph Rosio Kritik an Ronaldhinhos Zähnen: „Ich kann ihm nur eindringlich raten, über eine Untersuchung seiner Zahnbögen nachzudenken.“ Rosio, der in seiner Praxis in Sao Paulo viele Fußballprofis zu seinen Klienten zählt, ist sich sicher, dass die schiefen Zähne des Weltstars an einer falschen Mundatmung liegen: „Ronaldinho ist definitiv 22 Prozent weniger leistungsstark als ein Spieler, der normal atmet.“ Ronaldinho ist immun gegen solche Kritik: „Auch Gegenspieler versuchen manchmal, mich während des Spiels wegen meiner Zähne zu beleidigen, aber das zieht bei mir überhaupt nicht.“ Aus Verehrung vor dem brasilianischen Weltklassefußballer haben wir dem Juli-Heft originale „Brasilianische WM-Zähne“ beigelegt, mit denen seine Fans so aussehen können wie er. Ronaldinho dazu: „Das ist eine wirklich sehr gute Idee.“ Aber er ist sicher: „Niemand hat so schöne Zähne, und niemand ist so schön wie ich!“

Makelele: „Frankreich ist mental stark“
Der französische Nationalspieler Claude Makelele ist einer der Weltstars des Fußballs. Gemeinsam mit Zinédine Zidane und Liliam Thuram kehrte der Verteidiger des FC Chelsea für die WM-Qualifikation in das französische Nationalteam zurück. „Wir haben mit einem Schlag den Druck auf uns genommen, das hat die anderen Spieler befreit“, sagt der 33-Jährige im exklusiven Interview für die Juli-Ausgabe. „Wir haben zwei verpfuschte Turniere hinter uns. Nun spielen wir unseren letzten großen Wettkampf vor dem Ende der Profikarriere. Deshalb sind wir mental stärker.“ Makelele, der schon mit Nantes französischer Meister, mit Madrid spanischer Meister und mit Chelsea englischer Meister war, ist von der französischen Nationalelf überzeugt: „Die große Stärke der Mannschaft ist nicht das taktische Schema, sondern die Fähigkeit, sich dem Spiel entsprechend anzupassen, die kollektive Reaktion gegenüber dem Gegner auf dem Platz.“

Ronaldo: Epileptischer Anfall vor dem WM-Finale 1998?
Ronaldo, der brasilianische Ausnahmestürmer, gibt von Zeit zu Zeit Rätsel auf. Zu den größten Mysterien des Weltstars gehört sein apathischer Auftritt beim WM-Finale 1998, das Brasilien beinah ohne Gegenwehr mit 0:3 gegen Frankreich verlor. Ronaldo erlitt am Nachmittag des Finales einen Anfall: Er schlug wild um sich, hatte Schaum vor dem Mund, Mitspieler mussten ihn festhalten. Mitspieler Roberto Carlos rief einen Arzt, César Sampaio zog Ronaldos Zunge, an der er sich verschluckt hatte, wieder heraus und rettete ihm so das Leben. „Wir waren alle geschockt und hatten Angst um den Jungen“, erinnert sich der frühere Weltklassefußballer Zico gegenüber RUND, der damals als Koordinator zur brasilianischen Delegation gehörte. Der damals 21jährige Ronaldo wurde ins Krankenhaus gebracht, doch auf eigene Verantwortung und gegen den Willen der Ärzte kehrte er zur Mannschaft zurück. „Als sie Ronaldo sahen, war es wie ein Donner an einem sonnigen Tag“, berichtet Ricardo Setyon, damals Pressesprecher der brasilianischen Mannschaft. Und Zico erinnert sich: „Ronaldo zog sich das Trikot an und bat Dr. Lidio Toledo, den Mannschaftsarzt, spielen zu dürfen.“ Toledo und Trainer Mario Zagallo stellten Ronaldo auf. Doch der trabte während des gesamten Endspiels apathisch über den Platz. Auch ein Untersuchungsausschuss des brasilianischen Parlaments konnte das Rätsel um Ronaldos Final-Auftritt nicht lüften. Zico: „Es sind noch ganz andere Dinge passiert. Aber das ist alles, was ich dazu sagen kann.“

Eißfeldt: „Ich bin Deutschlandfan“
Jan Eißfeldt a.k.a. Jan Delay a.k.a. Eizi Eiz, einer der erfolgreichsten jungen deutschen Musiker, mischt sich in den Fußball ein. Einerseits bekennt er im Interview: „Ich mache alles für Hamburg und nichts für Deutschland.“ Andererseits gibt der Hamburger Musiker auch zu: „Ich bin Deutschlandfan und stehe dazu.“ Eißfeldt, dessen neue Platte „Mercedes Dance“ demnächst erscheint, spricht zum ersten Mal über seine Affinität zum Fußball. Der geborene Hamburger ist überzeugter Werder-Bremen-Fan, denn „am derbsten finde ich Thomas Schaaf. Den finde ich unschlagbar. Ich finde das so geil, dass er seit über 30 Jahren Mitglied von Werder Bremen ist. Der ist damit groß geworden, und auf einmal ist er dort Trainer und wird Deutscher Meister. Das ist ein gesund freundschaftlich zusammengewachsenes Knäuel. Diese Geschichten schreibt das Herz.“

Teamcheck Holland: Iin höchstem Tempo
Die Holländer sind schon oft unter ihren Möglichkeiten geblieben. Mal gab es Streit im Team, mal war der falsche Trainer unter Vertrag. Unter Marco van Basten sieht das anders aus: Er hat die alte Garde zu Hause gelassen und aus jungen Spielern eine kompakte Einheit geformt, die zu mancher Überraschung fähig ist

Klinsmanns Brezel: Der feige Terroranschlag
Es war einer abscheulichsten Anschläge auf den deutschen Fußball und dessen Zentrale: In Stuttgart-Botnang wurde laut Bekennerschreiben die goldene Brezel, das Aushängeschild der Bäckerei Klinsmann, entführt. Hinter dieser feigen Tat stecken die ewigen Verhinderer von Reformen im Fußball. RUND klärt den Tathergang.

Weitere Themen in der neuen RUND-Ausgabe:
- Auf dem Platz ist er ein bisschen Hoologan – Wayne Rooneys Onkel im Interview
- Torsten Frings erzählt von seinem Traumspiel
- Spaniens Lachen: Liverpools Star Luis García will keine Stilikone sein
- Auslandsreportage: Die USA wollen mehr erreichen als das Viertelfinale
- Auf Abruf: Manuel Friedrich über seine liebsten Ballsportarten
- Stargast: Argentiniens Hoffnungsträger Lionel Messi im Porträt
- Erbsenzähler: Wer hat die größten Chancen im Elfmeterschießen?
- Am Lügendetektor: Raphael Wicky stellt sich dem unbestechlichen Gerät
- Wahre Weltmeister: Sie bringen die Weltmeisterschaft auf die richtige Spur
- Auf den Punkt gelegt: Antonin Panenka lupfte über Sepp Maier ins Tor
- Schiedsrichterin: Nelly Viennot wegen 0,1 Sekunden nicht bei der WM
- Falscher Angolaner: Ein ghanaischer Koch wird in Celle zum Fußballstar
- Weltklasse: Mexiko hat seinen Hypnotiseur entlassen
- Deutschland 06: Verbindet die WM Ost und West?
- WM-Winzer: Fritz Walter über einen guten Tropfen im Stadion
- Fundstück: Ein Fußball, der 76 Jahre alt und 50.000 Euro teuer ist
- Sportunterricht: Andrei S. Markovits über hegemoniale Sportkulturen



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